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Kommentar zur Flüchtlingspolitik: OberbürgermeisterAshok Sridharan in seiner ersten Krise

Die ehemalige Diplomatenschule in Ippendorf wird voraussichtlich ab Mai zur Herberge für Flüchtlinge.Sie soll im Endausbau bis zum August fertig sein.

Die ehemalige Diplomatenschule in Ippendorf wird voraussichtlich ab Mai zur Herberge für Flüchtlinge.Sie soll im Endausbau bis zum August fertig sein.

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(Foto: Böschemeyer)

Bonn -

Am Montag hat der Stadtsportverbund noch einmal nachgelegt und der Verwaltungsspitze vorgeworfen, dass sie mit der Belegung von Hallen die gesamte Arbeit der Vereine mit einem Schlag kaputt mache. Sie sind ein wichtiger Faktor in der Stadt, zum einen in der sportlichen Ertüchtigung von Kids, die sonst vor dem PC abhängen, in diesen Tagen aber besonders in der Eingliederung von Asylbewerbern. Der Syrer, der in einem Club Volleyball spielt, sitzt nicht mehr drin im Teufelskreis von Langeweile und Nichtstun. Er wird zum Sportkameraden und ist nicht mehr nur der Ausländer, sondern „unser Syrer“. Wo aber soll er trainieren, wenn die Stadt seinem Verein die Möglichkeit nimmt, den Neuankommenden Sport treiben zu lassen?

Kritik nicht zielführend

Es scheint, dass es wie auf Bundesebene in der Bundesstadt keine richtige vorausschauende Planung für die Bewältigung der Mammutaufgabe, den Schutzsuchenden ein Dach über den Kopf zu bieten, gegeben hat. Sie kamen in der Endphase der Ära Nimptsch nach Bonn, der sich auf die Eröffnung des WCCB konzentrierte. Und es rächt sich jetzt, dass die Jamaika-Koalition den Vertrag mit der zuständigen Sozialdezernentin nicht mehr verlängert hat, weil sie Sozialdemokratin ist, und nun der für die Belange von Sport und Kultur verantwortliche Beigeordnete sich auch noch um Flüchtlingsfragen kümmern muss. Es rächt sich gleichfalls, dass die Ratsmehrheit freie Stellen mit einer Wiederbesetzungssperre versehen hat. Jetzt werden neue Leute in der Verwaltung händeringend gesucht. Die Kritik von CDU und FDP an der Krisenbewältigung im Stadthaus ist da nur wohlfeil, aber nicht zielführend.

Freie Turnhallen in Rheinbach

Wie man Probleme löst, kann das Oberzentrum Bonn in der Nachbarschaft sehen. Rheinbach investiert 20 Millionen Euro für Container und feste Bauten für Flüchtlinge, Königswinter 6,5 Millionen Euro für provisorische Häuser– damit Turnhallen frei bleiben.

Erstaunlich ist im Übrigen, dass zwei Untergliederungen der Bonner CDU einen Brandbrief an die Parteivorsitzende Angela Merkel geschrieben und sie darin zu einer Änderung ihrer Politik aufgefordert haben. Die Vorsitzenden der Ortsverbände von Castell und Beuel haben das sicherlich nicht ohne Rückendeckung des Kreisvorsitzenden getan, zumal einer von ihnen als Referent in der Kreisgeschäftsstelle arbeitet. Die Kanzlerin kann sich auf ihre treuen Freunde in der Bundesstadt auch nicht mehr verlassen.

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