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Prozess gegen Bonner Prinzenpaar: „Friede, Freude, Freibier für alle“

Närrisches vor Gericht, u. a.: das Prinzenpaar und Prinzenführer Christoph Arnold (sitzend), dahinter OB Ashok Sridharan und Landgerichtpräsidentin Margarete Gräfin von Schwerin (2. und 3. v. l.). (Foto: mbo)

Närrisches vor Gericht, u. a.: das Prinzenpaar und Prinzenführer Christoph Arnold (sitzend), dahinter OB Ashok Sridharan und Landgerichtpräsidentin Margarete Gräfin von Schwerin (2. und 3. v. l.). (Foto: mbo)

Bonn -

Wegen Verführung zum groben Unfug an den tollen Tagen musste sich das Bonner Prinzpaar Michael I. und Tiffany I. auf der Anklagebank verantworten. Aber die hochkarätig besetzte Gerichtsverhandlung vor der 11. Außerordentlichen Kammer des Bonner Landgerichts ließ die Tollitäten gestern erstaunlich cool.

„Wir haben Fastelovend im Blut.“

Der Vorwurf von Verrohung der Sitten und allgemeinschädlicher Handlungen, die ihnen vom Anklagesheriff (Andreas Lorscheid, Leitender Oberstaatsanwalt), assistiert vom mittelalterlich düster argumentierenden Bruder Tuck (Ralf Schweigerer, Vorsitzender des Bonner Anwaltsvereins), brachte sie – genauso wie Prinzenführer Christoph Arnold – in großes Gelächter. „Wie kann denn strafbar sein, wenn man vom bacillus karnevalensis infiziert ist?“, fragte der Prinz. Und die liebliche Bonna assistierte selbstbewusst: „Wir haben Fastelovend im Blut. Wir sind Ritter des Friedens und der Gleichberechtigung.“

Ihr stärkster Verbündeter wurde der Zeuge Ashok Sridharan. Obwohl der Oberbürgermeister an Karnevalssonntag genötigt werden wird unter Androhung von Knast, Wasser und trocken Brot seine Machtinsignien ruhen zu lassen, räumte er gestern ein, dass die „Karnevalitis“ unheilbar sei und jedes Jahr aufs Neue wiederkehre.

„Sie wissen aber, was sie tun“, hieß es schließlich im Urteil der närrischen Kammer unter Vorsitz von Landgerichtspräsidentin Margarete von Schwerin. Deswegen auch gab es keinen Freispruch, aber gnädige 200 Sozialstunden, die das Prinzenpaar im vollen Ornat ableisten müsse. Die Bonna jubilierte: „Frieden Freude und Freibier für alle“ und griff zum Kölschglas. Alaaf! (ucs)