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Kölnische Rundschau | Refugees Welcome e. V. Bonn nimmt Stellung: Frauen auf Flüchtlingsparty sexuell belästigt
07. January 2016
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Refugees Welcome e. V. Bonn nimmt Stellung: Frauen auf Flüchtlingsparty sexuell belästigt

Wieder da: Das Grundgesetz in arabischer Sprache, das von der in Bonn sitzenden Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben wird, war schnell vergriffen und wurde neu aufgelegt. In der Verfassung heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Wieder da: Das Grundgesetz in arabischer Sprache, das von der in Bonn sitzenden Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben wird, war schnell vergriffen und wurde neu aufgelegt. In der Verfassung heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

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mbo

Bonn -

Auf einer Party für Flüchtlinge, die der Hilfsverein Refugees Welcome e. V. Bonn ausgerichtet hatte, sind mindestens zwei Frauen sexuell belästigt worden. Das hat am Donnerstag die Bonner Polizei auf Anfrage bestätigt. Darüber hinaus gebe es Hinweise auf eine dritte Frau, die ebenfalls belästigt worden sein soll, so Polizeisprecherin Daniela Lindemann.

Die Party fand bereits am 7. November vergangenen Jahres auf dem Eventschiff Township statt, die Vorfälle wurden aber erst am Mittwoch bekannt. Seitdem ermittelt auch das Kriminalkommissariat 12 der Polizei. Sie war damals nicht zu der Fete gerufen worden, es gab dort keinen polizeilichen Einsatz. Lediglich der Diebstahl einer Handtasche, die auf einer Fensterbank abgelegt worden war, sei am 8. November, einen Tag nach den Vorfällen angezeigt worden. Die Ermittlungen dazu dauern an. Wegen des neuen Sachverhalts wurde auch die bestohlene Frau erneut vernommen und gefragt, ob sie von den Übergriffen etwas mitbekommen habe.

Den Beamten des Fachkommissariats sind seit Donnerstag durch Befragungen und Vernehmungen zwei Frauen bekannt, die sexuell belästigt wurden, möglicherweise wurde auch eine dritte angegriffen.

Veranstalter gibt Stellungnahme

Der veranstaltende Verein Refugees Welcome Bonn, eine 2012 gegründete studentische Initiative, hatte bereits am 10. November, drei Tage nach den Vorkommnissen, auf seiner Internetseite in deutsch und englisch eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem „Auf der Party wurden unserer Beobachtung nach diverse Frauen von Männern belästigt, ungewollt angefasst oder unangebracht angegangen. Dafür möchten wir uns als Mitveranstalter in aller Form entschuldigen.“

Sie hätten bereits auf der Party versucht, die Täter zu identifizieren und des Schiffs zuverweisen; zudem seien Ansagen gemacht worden , in denen darum gebeten worden sei, „dieses Verhalten sofort zu unterlassen, Leider waren wir mit diesen Maßnahmen nicht erfolgreich. Das tut uns sehr leid. Diese Männer werfen mit ihrem Fehlverhalten ein schlechtes Licht auf unsere Organisation und alle Männer sowie männlichen Geflüchteten, die auf der Party waren.“

Erste Anfrage zu Vorfällen am 13. November

Weiter heißt es, Männer, die nicht wissen, wie sie sich zu benehmen haben „und patriarchalische Denkweisen, die sich in solchem Fehlverhalten Bahn brechen, gibt es leider in jedem Land und in jeder Kultur. Jedoch wollen wir nicht verleugnen, dass es kulturelle Unterschiede gibt“.

Am 13. November, sagte gestern eine Mitarbeiterin von Refugees Welcome auf Anfrage, habe es eine erste Anfrage zu den Vorfällen gegeben. Die sei aber untergegangen, weil am gleichen Tag die Terroranschläge von Paris die Welt erschütterten. Weitere, schriftlich gestellte Fragen der Rundschau wurden bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht beantwortet.

Die Polizei bittet Teilnehmer der Partyveranstaltung, die mögliche Geschädigte oder Zeugen des Geschehens sind, sich unter der Rufnummer (0228) 150 zu melden.