Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Rundgang: Auf den Spuren Beethovens

Erste Station des Rundgangs ist das Beethoven-Haus, vor dem  (v. l.) Malte Boecker, Martin Schumacher, Marie-Theres van Schewick („Bürger für Beethonen“ ), Angelika Finkernagel (Kaufhof), Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe und Presseamtsleiterin Dr. Monika Hörig  stehen. (Foto: Ralf Klodt)

Erste Station des Rundgangs ist das Beethoven-Haus, vor dem  (v. l.) Malte Boecker, Martin Schumacher, Marie-Theres van Schewick („Bürger für Beethonen“ ), Angelika Finkernagel (Kaufhof), Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe und Presseamtsleiterin Dr. Monika Hörig  stehen. (Foto: Ralf Klodt)

Bonn -

Die kleine Gruppe von Amerikanern, die gerade aus dem Beethoven-Haus kam, steuerte gleich einen Geschenkartikelladen an und stöberte in der Auslage. Hätten sie gewusst, dass hier am Geburtshaus von good old Ludwig ein neuer Rundgang beginnt, der an den Komponisten erinnert, wären sie vielleicht seinen Spuren gefolgt, statt im Nippes zu wühlen.

So stand gestern Nachmittag das Häuflein Offizieller fast allein in der Bonngasse und würdigte die neue Errungenschaft der Beethovenpflege. Denn einen Tag vor dem Beginn des Beethovenfestes wurde am Mittwoch ein Rundgang eröffnet, der Musikfreunde und Besucher zu 16 Stationen leitet, die mit dem Leben des größten Sohnes der Stadt verbunden sind.

Er startet an dessen Geburtshaus in der Bonngasse, und hier legte Dr. Stephan Eisel, der Vorsitzende des Vereins „Bürger für Beethoven“, wieder mal den Finger in eine Wunde der Stadt, die nämlich Ende des 19. Jahrhunderts das Haus abreißen lassen wollte und erst durch Bürgerengagement davon abgebracht werden konnte. Der Einsatz von Franz Liszt und anderen Beethovenfreunden führte dazu, dass am 17. August 1845 dessen Denkmal auf dem Münsterplatz eingeweiht werden konnte. Daran erinnerte Eisel ebenso wie an den mehrheitlich getroffenen Beschluss des Stadtrats vor 20 Jahren, das Beethovenfest ausfallen zu lassen. Deswegen gründeten sich die „Bürger für Beethoven“, organisierten den „Beethoven-Marathon“, aus dem dann das Fest entstand.

2006 richtete der Verein den Beethoven-Rundgang ein und finanzierte ihn privat. Der Vorsitzende: „Wir freuen uns , dass die Stadt jetzt unseren Vorschlag aufgegriffen und die Verantwortung übernommen hat. Das ist in Anbetracht von Beethovens 250. Geburtstag ein Anfang, dem weitere Schritte folgen müssen. Wir haben noch viele Ideen, wie Bonn sich gut präsentieren kann, wenn im Jahr 2020 die ganze Welt auf Beethovens Geburtsstadt blickt. Natürlich gehört dazu an erster Stelle das Beethoven-Festspielhaus.“

Diesen Geburtstag habe die Stadt fest im Blick, sagte Kulturdezernent Martin Schumacher, das neue Angebot gehöre ins Gesamtkonzept.

Die 16 Tafeln (siehe Kasten) sind in deutsch und englisch beschriftet, 40 mal 52 Zentimeter groß und aus Verbundaluminium gefertigt. Sieben sind auf Stelen montiert, acht an Hauswänden angebracht; die Tafel am Kammermusiksaal befindet sich hinter Glas. Sponsoren haben bei der Finanzierung des 4200 Euro teuren Projekts geholfen.

100 000 Besucher kommen jährlich ins Beethoven-Haus berichtete dessen Leiter Malte Boecker. Ebenso viele gingen draußen vorbei, um sich das Gebäude anzusehen. „Ich hoffe, dass sich nun auf den Rundgang begeben.“