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Schwimmbad in Königswinter: Initiative startet Unterschriftensammlung für Freibad-Erhalt

Schön gelegen, aber womöglich ab 2016 dicht: Das Lemmerz-Freibad am Oberweingartenweg oberhalb von Königswinter.

Schön gelegen, aber womöglich ab 2016 dicht: Das Lemmerz-Freibad am Oberweingartenweg oberhalb von Königswinter.

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(Foto: Ralf Klodt)

Königswinter -

Die Bürgerinitiative zur Rettung des Lemmerz-Freibades in Königswinter macht wie von ihr angekündigt direkt nach Karneval mobil. Nach einer Startveranstaltung an Aschermittwoch (19 Uhr, Magarethenkreuz, Ittenbach) beginnt sie mit dem Sammeln von Unterschriften. „Das Lemmerz-Freibad ist aufgrund seiner einzigartigen Lage und Gestaltung von unschätzbarem Wert für Freizeit und Naherholung sowie für den Schwimmsport in unserer Region“, heißt es in einem von Initiatorin Annette Hertner formulierten Aufruf.

„Es ist eines der schönsten Bäder weit und breit, auch von der Architektur her. Es wäre Wahnsinn, das Freibad zuzumachen“, hatte Hertner im Januar der Rundschau gesagt, als sie die Unterschriftensammlung ankündigte.

Rund 38.000 Besucher im Lemmerz-Freibad

Wie berichtet haben Kämmerer Dirk Hannemann und Bürgermeister Peter Wirtz bei der Einbringung des Haushalts 2016 vorgeschlagen, das 1953 von Ehrenbürger Paul Lemmerz gestiftete und Mitte der 80er Jahre sanierte Freibad in der Saison 2016 gar nicht erst zu eröffnen. Rund 160.000 Euro soll das der Stadt beziehungsweise dem Steuerzahler in diesem Jahr ersparen, etwa 300.000 Euro sollen es jeweils in den Folgejahren sein.

Bei einem 90-Millionen-Euro-Etat ist das ein relativ überschaubarer Betrag. Allerdings schrammt die Stadt laut Entwurf auch nur ganz knapp (um 370.000 Euro) an einem Haushaltssicherungskonzept vorbei. Das Freibad hatte in der Saison 2015 38.300 Besucher, im Sommer davor waren es nur rund 22.000. Das ganzjährig geöffnete Lemmerz-Hallenbad in der Altstadt kommt auf weit über 100.000 Besucher im Jahr.

Bereits 6000 Unterschriften gesammelt

Die Initiatoren der Unterschriftenaktion sind der Auffassung, dass Sparmaßnahmen und Konsolidierung des städtischen Haushalts nicht beim Sport- und Freizeitangebot ansetzen dürften. Die Förderung des Schwimmsports dürfe nicht vernachlässigt werden. Zusätzliche Einnahmen für den Erhalt des Freibades könnten durch „kreative, attraktive Freizeit- und Schwimmspaßangebote mit entsprechender Werbung erreicht werden“. Dafür gebe es viele Ideen und Beispiele, heißt es im Aufruf. Nicht zuletzt erinnert die Initiative daran, dass das Lemmerz-Freibad eines der wenigen Schwimmbäder in der Region mit separaten 50-Meter-Becken sei.

Für den Erhalt des Lemmerz-Hallenbades in der Altstadt und gegen den (später geplatzten) Neubau eins Hallenbades in Oberpleis hatte der Förderverein Rettet unsere Lemmerzbäder im vorigen Jahr fast 6000 Unterschriften gesammelt. (csc)

www.lemmerz-freibad-initiative.de