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Sicherheit der Bahn im Rhein-Sieg-Kreis: Überwachung im Gleis und am Fahrzeug

Zwischen Alfter-Witterschlick und Kottenforst steht der S 23 für beide Richtungen nur ein Gleis zur Verfügung. (Foto: Meike Böschemeyer)

Zwischen Alfter-Witterschlick und Kottenforst steht der S 23 für beide Richtungen nur ein Gleis zur Verfügung. (Foto: Meike Böschemeyer)

Rhein-Sieg-Kreis -

Wie sicher sind die Pendler auf der Regional- beziehungsweise S-Bahnstrecke 23, der Voreifelbahn, auf der allein im Jahr 2012 14 500 Personen täglich zwischen Euskirchen und Bonn pendelten? Welche Signaltechnik sorgt dafür, dass solche Katastrophen wie in Bad Aibling nicht passieren? Die Deutsche Bahn wollte sich gestern nicht zu einzelnen Streckenverläufen äußern, wie ein Sprecher auf Anfrage betonte – auch nicht darüber, welche Teilstrecken ein- und welche zweigleisig ausgebaut sind.

Fakt ist, dass die 34,2 Kilometer lange, hochfrequentierte Trasse, die in den vergangenen Jahren ausgebaut sowie um vier Haltepunkte erweitert wurde, noch in drei Abschnitten – auf insgesamt 12,2 Kilometern, also mehr als einem Drittel – eingleisig verläuft: zwischen den Haltestellen Witterschlick und Kottenforst, Rheinbach und Odendorf sowie daran anschließend zwischen Odendorf und Kuchenheim.

15 000 Kilometern verlaufen eingleisig

Der Abschnitt zwischen Witterschlick und Duisdorf war erst im Jahr 2014 auf zwei Gleise ausgebaut worden. Bundesweit stellt sich das Verhältnis etwas anders dar: 15 000 von 33 200 Kilometern verlaufen eingleisig. Grundsätzlich seien alle Strecken – ob ein- oder zweigleisig – mit der Punktförmigen Zugbeeinflussung ausgestattet, heißt es aus der DB-Pressestelle: Soll heißen, dass der Zug per Sensoren auf dem Gleis und am Fahrzeug überwacht und automatisch angehalten wird, sobald er ein Stoppsignal überfährt.

Bei den Sicherheitseinrichtungen werde nicht zwischen ein- und zweigleisigen Strecken unterschieden, so die DB. „Daher ist auch die Annahme, eingleisige Strecken seien weniger gesichert, nicht richtig“, betont ein Sprecher. Für die Abwicklung des Zugverkehrs auf der Voreifelbahnstrecke ist das Stellwerk in Euskirchen zuständig, in dem die Steuerung von Signalen und Weichen komplett elektronisch gehandhabt wird.

2011 ging es in Betrieb, 37 Millionen Euro investierte die DB in den Bau am Bahnhof, der die bislang zumeist per Hand bedienten sieben Stellwerke zwischen Euskirchen und Bonn ersetzte. Damit einhergehend wurden die Bahnhofe mit sogenannten „dynamischen Fahrgastsystemen“, also Leuchtschriftanzeigen, ausgestattet.

Panne im August

Dass trotz moderner Technik in Ausnahmefällen Handarbeit nötig ist, zeigte eine kleine Panne im August 2013 mit großen Auswirkungen: Ein Kurzschluss hatte die Steuerung der Schranken an einem Bahnübergang in Witterschlick lahmgelegt, drei Stunden lang mussten die Triebwagenführer am späten Vormittag daraufhin die Züge vor den Bahnübergängen anhalten und sich die Fahrt per Hand freischalten. Da die Strecke zwischen Witterschlick und Duisdorf damals noch eingleisig war, mussten sich Fahrgäste in Geduld üben: Sechs Züge hatten bis zu 30 Minuten Verspätung, fünf fielen aus.