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Telekom Baskets Bonn: Yancy Gates vor Vertragsabschluss in Bonn

Yancy Gates (links) soll der neue Baskets-Center werden. Er begann seine Karriere am Cincinatti-College und spielte zuletzt in China.

Yancy Gates (links) soll der neue Baskets-Center werden. Er begann seine Karriere am Cincinatti-College und spielte zuletzt in China.

Bonn -

Das Warten auf die Unterschrift des neuen Centers: Das bestimmte neben dem nachmittäglichen Training den gestrigen Neujahrstag von Baskets-Trainer Carsten Pohl. Denn bei den Bonnern ist die Entscheidung für den US-Amerikaner Yancy Gates, dessen Name seit Mittwoch kursierte (Rundschau vom Donnerstag), grundsätzlich gefallen: „Wir sind uns mit dem Spieler einig, haben seine mündliche Zusage, der Vertrag liegt unterschriftsreif vor, jetzt warten wir auf die Unterschrift“, skizzierte Pohl gestern den Stand der Dinge.

Yancy Gates soll Tadas Klimavicius ersetzen

Der 26-jährige, 2,06 m große und 131 kg schwere Hüne soll den am Knie verletzten Litauer Tadas Klimavicius ersetzen. Gates spielte zuletzt in Chinas 1. Liga bei Shanxi Zhongyu, wo er aber Mitte Dezember entlassen wurde – in China kein besonderer Vorgang, weil die Clubs, die dort maximal zwei Ausländer unter Vertrag haben dürfen, ständig ihren Kader verändern. In diesem Sommer hatte Gates ein Kurzengagement bei Hapoel Jerusalem, dem neuen Arbeitgeber von Ex-Baskets-Spieler Tony Gaffney, den Pohl kontaktierte, um sich ein Bild von Gates zu machen: „Er hat meinen in einem längeren Telefonat mit Gates gewonnenen Eindruck bestätigt, dass er auch menschlich sehr gut zu uns passen wird.“

Alle notwendigen Formalitäten über Silvester und Neujahr über die Bühne zu bringen, war jedoch schwierig. Und so warteten die Baskets gestern am Abend weiter auf den Vollzug der Nachverpflichtung. Deshalb wird Gates auch im Bundesliga-Gastspiel beim Meister und aktuellen Tabellenführer Bamberg am Sonntag (17 Uhr, Livestream auf www.telekombasketball.de) wohl noch nicht dabei sein: „Das ist sehr unwahrscheinlich“, meinte Pohl.

Nach Lage der Dinge kann es für die Baskets dabei nur darum gehen, nicht allzu sehr unter die Räder zu geraten. Denn Bamberg ist nicht nur die dominierende deutsche Mannschaft des vergangenen Jahrzehnts (sieben Meistertitel in den elf Jahren zwischen 2005 und 2015), sondern auch in dieser Saison das Maß aller Dinge in der BBL.

Bamberg ist zu Hause noch ungeschlagen

Darauf zu hoffen, dass der Titelverteidiger die Bonner unterschätzen könnte oder mit Blick auf die Doppelbelastung mit der Euroleague nur mit halber Kraft zu Werke gehen könnte, schließt Pohl nahezu aus: „Sie werden vor heimischer Kulisse nicht zurückstecken.“ Nicht umsonst sind die Bamberger als einziges BBL-Team in dieser Saison in eigener Halle noch ungeschlagen.

Auch sonst sind ihre Statistiken beeindruckend: Bamberg ist offensiv mit einem Schnitt von 88,1 Punkten (hinter Ludwigsburg) ebenso zweitbestes BBL-Team wie defensiv mit 71,8 Gegenpunkten (hinter Frankfurt mit 71,0). Zudem sind sie die treffsicherste Mannschaft der Liga: Bei den Zweiern sind sie mit 60 Prozent die Nummer eins (Bonn 53,4), bei den Dreiern mit 42,8 Prozent (Bonn 33,9). Wie selbstverständlich stellt Bamberg mit Pointguard Brad Wanamaker auch den MVP (wertvollsten Spieler) der vergangenen Saison, den die Baskets besser nicht allein an der Dreierlinie stehen lassen: Wanamaker trifft als einziger Spieler in der BBL mehr als die Hälfte seiner Fernschüsse (52 Prozent).

„Dass die Verteidigung die zentrale Frage bei uns ist, ist unbestreitbar“, sagt Pohl mit Blick auf die Flut an Gegenpunkten gerade zuletzt beim 82:106 in Hagen: „Wir wollen uns auf jeden Fall gut verkaufen, um mit einem guten Gefühl in die anschließende Pause zu gehen.“ Nach einer Parforcejagd mit 27 Spielen seit Anfang Oktober haben die Baskets nach dem Sonntag wegen des Allstar-Spiels der BBL am 9. Januar erst einmal zwei Wochen Spielpause.

Morgen in Bamberg wird auf jeden Fall noch einmal Gerald Beverly aus dem Regionalligateam dabei sein, der in Hagen mit acht Punkten, fünf Rebounds und zwei Assists noch einer der wenigen war, die einen positiven Eindruck hinterließen. Auf Robin Lodders, mit Doppellizenz bei den Baskets und den Dragons Rhöndorf spielberechtigt, kommt eventuell eine Doppelbelastung zu: Er soll heute die Dragons im Heimspiel gegen Nürnberg verstärken, würde dann am Sonntag nach Bamberg gebracht, um dort das magentafarbene Trikot zu tragen.