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Wieder mehr Verkehrstote: In Bonn und der Region sind die Unfallzahlen gesunken

Bei den 16 146 Unfällen im Jahr 2015 – hier ein Zusammenstoß bei Rheinbach – wurden 1856 Beteiligte verletzt. (Archivfoto: Kehrein)

Bei den 16 146 Unfällen im Jahr 2015 – hier ein Zusammenstoß bei Rheinbach – wurden 1856 Beteiligte verletzt. (Archivfoto: Kehrein)

Bonn -

Im vergangenen Jahr ereigneten sich 594 Unfälle im Zuständigkeitsbereich der Polizei Bonn weniger als noch 2014. Insgesamt notierten die Beamten 16 146 Unfälle. In allen Bereichen sanken die Werte sehr zur Freude von Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa – bis auf eine Ausnahme: „Zwölf tödlich Verunglückte sind drei mehr als im Vorjahr.“ Jeweils drei Pkw-Insassen und Fußgänger, ein Motorradfahrer sowie fünf Radfahrer überlebten ihre Unfälle nicht.

Dabei setzt sich ein Trend aus 2014 fort. Aufgrund der milden Winter wird das Radeln immer mehr zur ganzjährig geeigneten Fortbewegungsmethode. Die Zeiten von Spitzenwerten in den Sommermonaten sind passé, Radfahrer sind fast immer im Verkehr unterwegs. 2015 verunglückten 655 von ihnen. Das entspricht einem Minus von 10,3 Prozent. 79 mussten sich in stationäre Behandlung begeben, 581 verletzten sich leicht.

Beim Blick auf die Unfallorte kristallisieren sich drei Bereiche heraus, die bereits im Vorjahr im Fokus standen. In den Innenstädten von Bonn, Beuel und Bad Godesberg ereignen sich drei von vier Unfällen mit Radlern: „Wir haben also keine Unfallstrecken, sondern -schwerpunkte“, sagt Polizeioberrat Alberto Coppola, Leiter Direktion Verkehr.

Insgesamt verletzten sich mit 1856 Personen 173 weniger als 2014. Schwerwiegende Unfälle mit Sachschaden (−33,79 Prozent) und Bagatellunfälle (−3,38) sanken ebenso. Insgesamt liegt das Risiko, in Bonn und Region in einen Unfall verwickelt zu werden, deutlich niedriger als im Landesvergleich.

Die Zahl der Schwer- und Leichtverletzten fiel ebenso wie die der Motorradfahrer. Eine Ausnahme bilden die jungen erwachsenen Kradfahrer zwischen 18 und 24 Jahren, die 21 mal verunfallten (2014: 16); bei der Gruppe der Erwachsenen (25-64) waren es nur noch 67 (2014: 97).

Im Straßenverkehr bleiben die Kinder das schwächste Glied. Wie schon 2014 so starb auch im vergangenen Jahr kein Kind bei einem Unfall. Von 212 sank die Anzahl der Verletzten auf 187 (−11,8 Prozent).

Ein moderater Anstieg ist bei den Senioren (ab 65) zu verzeichnen. Von 281 kletterte die Zahl der Verunfallten auf 293 (+4,3 Prozent). Sieben verstorbene Senioren (drei Fußgänger, zwei Radfahrer, zwei Autofahrer) waren zu beklagen: „Wir bieten weiterhin Präventionskurse für Senioren im Bereich Rad, Pedelecs, Rollator und Fußgänger an“, so Hauptkommissar Thomas Giershausen von der Direktion Verkehr/Führungsstelle.

Hauptunfallursache bleiben das Abbiegen und Wenden, auch das Missachten der Vorfahrt. Fast jeder vierte Unfallbeteiligte entfernt sich unerlaubt vom Unfallort. 4148 mal nahmen die Beamte die Ermittlungen wegen Fahrerflucht auf: „Es bleibt ein Straftatbestand“, so Giershausen.