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„Abendspaziergang“: Rechte und Hooligans bei „Kögida“

Festnahmen begleiteten die letzte „Kögida“-Demonstration auf dem Bahnhofsvorplatz. Insgesamt sechs Teilnehmer führte die Polizei ab.

Festnahmen begleiteten die letzte „Kögida“-Demonstration auf dem Bahnhofsvorplatz. Insgesamt sechs Teilnehmer führte die Polizei ab.

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Belibasakis

Köln -

Nur auf Sichtkontakt ließ die Polizei die etwa 200 Demonstranten der „Kögida“ vor dem Hauptbahnhof und die etwa 1500 Gegendemonstranten am Dom am Mittwoch zusammenkommen. Etwa 200 Gegendemonstranten bewirkten mit einer Sitzblockade im Hauptbahnhof, dass die „Kögida“-Teilnehmer teilweise unter Polizeischutz zur Kundgebung geschleust werden mussten. So verzögerte sich der angemeldete „Abendspaziergang“ gegen eine angebliche Islamisierung Deutschlands eine ganze Weile. Reisende, Passanten und Autofahrer mussten Umwege in Kauf nehmen.

Kleidungsstücke, die fast nur in der rechten Szene getragen werden, Schlachtgesänge von Hooligans, und Jacken mit „Hogesa“-Aufdruck machten offenbar, wer sich versammelte, und darum tönte es vom Dom auch immer wieder „Nazis raus!“, worauf die „Kögida“-Demonstranten auf „Lügenpresse“ und „Linke“ schimpften. Hunderte Einsatzkräfte verhinderten die direkte Konfrontation.

Ursprünglich wollten die Gegendemonstranten „Kögida“ buchstäblich auf die Schippe nehmen und mit Kehrschaufeln, Besen und Zangen 20 Meter hinter der Hauptdemo herziehen. Doch davon riet die Polizei ab, und der Linken-Politiker Jörg Detjen, Urheber der Idee, zog den Vorschlag zurück. Sein Genosse Klaus Roth von „Kein Veedel für Rassismus“ leitete die Gegendemonstration. Melanie Dittmer, seit August Mitglied bei Pro NRW, war erneut Sprachrohr der „Kögida“. Weil sich die Dresdner Pegida, also die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ von ihr distanziert, betont sie: „Kögida und all die örtlichen Bewegungen hier, sind von Pegida völlig unabhängig.“

Nur kleine Zwischenfälle flankierten den Marsch. Die Polizei führte sechs „Kögida“-Teilnehmer ab. Vier von ihnen hatten Schlagstöcke und Pfefferspray dabei.