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Kölnische Rundschau | Serie „Köln im Wandel“: Deutzer Hafen ist eine einmalige Chance
10. October 2014
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Serie „Köln im Wandel“: Deutzer Hafen ist eine einmalige Chance

Der Industriehafen in Deutz: Eine Fläche von rund 35 Hektar soll entwickelt werden. Die Ellmühle (1) wird im Deutzer Hafen bleiben. Begrenzt wird das Areal durch (2) Siegburger Straße, (3) Poller Kirchweg, (4) Eisenbahntrasse, (5) Südbrücke, (6) Schrottplatz, (7) Alfred-Schütte-Allee, (8) Drehbrücke. (Luftbild: Aerophoto)

Der Industriehafen in Deutz: Eine Fläche von rund 35 Hektar soll entwickelt werden. Die Ellmühle (1) wird im Deutzer Hafen bleiben. Begrenzt wird das Areal durch (2) Siegburger Straße, (3) Poller Kirchweg, (4) Eisenbahntrasse, (5) Südbrücke, (6) Schrottplatz, (7) Alfred-Schütte-Allee, (8) Drehbrücke. (Luftbild: Aerophoto)

Köln -

Er ist ein Glücksfall für Köln, Privileg und enorm große Chance, ein Filetstück, das den Blick auf den Dom freigibt, „eines der interessantesten Stadtentwicklungsprojekte der nächsten Jahre“, sagt Stadtentwicklungsdezernent Franz-Josef Höing. Im Industriehafen soll ein „gemischtes, vitales Stadtquartier entstehen“, erklärt der Dezernent.

Mindestens 2000 Wohnungen sollen hier gebaut werden, darüber hinaus Büros und Gewerbebetriebe. Auf der Expo Real haben Investoren sich schon interessiert gezeigt, berichtete Oberbürgermeister Jürgen Roters. Über die mögliche Architektur, über etwaige „Leuchttürme“ sagt Höing: „Wir brauchen keinen zweiten Rheinauhafen.“ Wichtig sei die Entwicklung eines eigenständigen Standorts mit einem anderen Profil. „Wir haben kein fertiges Bild eines Deutzer Hafens, wir müssen dort keine vordergründigen Leuchttürme haben“, unterstreicht er. Entscheidungen wie der Bau oder der Verzicht auf hohe Häuser müssten letztenendes in einem „größeren städtebaulichen Verfahren geklärt werden“.

Dort werde auch diskutiert, inwieweit die Ellmühle („fantastisch“), die im Hafen bleiben wird, Höhe und Dimension für die weitere Bebauung bestimmen wird. „Was wir vorgeben, müssen wir uns ganz genau anschauen.“ Es sei nicht geplant, Industrie anzusiedeln, es wird „kleinere Einzelhandelsbausteine“ geben (wobei die Belange der benachbarten Geschäfte berücksichtigt werden sollen) und „eine deutliche Veränderung Richtung Stadtquartier. Klar ist: Der Deutzer Hafen ist ein spektakulärer Standort, und der muss was Vorzeigbares haben“, so Höing.

Klar sei auch, dass die Entwicklung der riesigen Fläche von etwa 35 Hektar keine Sache von wenigen Jahren sein könne. „Wenn alles bestens liefe, dann brauchen wir mindestens zehn Jahre.“ 2010 hatte der Stadtrat beschlossen, dass die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) als Betreiberin des Hafens keine Pachtverträge mehr abschließen darf, die über das Jahr 2020 hinausgehen.

Ein Realisierungszeitraum sei auch immer abhängig von der konjunkturellen Lage einer Stadt. Laut Prognosen gehört Köln zu den wenigen Großstädten, die in den nächsten Jahren wachsen werden. Insofern sei die Situation derzeit gut. Aber so ehrgeizige Projekte müssten mehrere Zyklen durchleben können, meint Höing, „man braucht einen langen Atem, überlegen Sie, wie lange andere Städte etwa Hamburg oder München für solche Projekte gebraucht haben“.

Bevor der konkrete Planungsprozess beginnen kann, stehen noch diverse Verhandlungen mit dem Landesumweltministerium und der Bezirksregierung zum Thema Hochwasserschutz an und zur Frage wie man mit dem dringend benötigten Retentionsraum umgeht.

Eine ähnliche Größenordnung wie der Deutzer Hafen hat die Entwicklung des Mülheimer Südens, wenn man die Fläche betrachtet. Höing nennt sie als zweites großes stadtentwicklungspolitisches Projekt für Köln. Weitere Vision: Die Entwicklung der Parkstadt-Süd. Dazu gehört die Weiterentwicklung des Großmarktgeländes in Bayenthal ebenso wie die Weiterführung des inneren Grüngürtels bis zum Rhein.

Das seien herausragende und zukunftsweisende Projekte, die Köln in den nächsten 15 bis 20 Jahren beschäftigen werden, erklärt Höing.