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„Rewe Digital“: Einkaufen per Tastendruck

Dezernentin Ute Berg mit „Rewe Digital“-Chef Jean-Jacques van Oosten. (Foto:
Belibasakis)

Dezernentin Ute Berg mit „Rewe Digital“-Chef Jean-Jacques van Oosten. (Foto:

Belibasakis)

Köln -

„Wir wollen Geschichte schreiben, nicht ein Kapitel, das niemand liest“ – Dr. Jean-Jacques van Oosten (46), Chef von „Rewe Digital“, gibt das Ziel vor: „Wir versuchen, das größte Online-Unternehmen im Lebensmittelbereich zu werden.“ Dabei drängt die Zeit, denn die Konkurrenz schläft nicht: AmazonFresh, auf dem amerikanischen Markt aktiv, wird kurz oder lang auch auf den deutschen Markt drängen. „Bis dahin“, sagt van Oosten, „müssen wir fertig sein.“ Die besten Leute habe er rekrutieren können, versichert der Belgier, der internationale E-Commerce und IT-Erfahrung hat, in den vergangenen 22 Jahren in Großbritannien lebte und nun „Rewe Digital“ von der Mülheimer Schanzenstraße aus nach vorn bringen soll – mit 50 Festangestellten.

Mit einer Betriebsbesichtigung bei „Rewe Digital“ startete Wirtschaftsdezernentin Ute Berg gestern eine „Sommerreise“ zu Kölner Unternehmen im Bereich der Informationstechnologie und Telekommunikation. Berg betonte, in Köln seien 6000 solcher Unternehmen ansässig. Konkurrenten seien München, Berlin und Hamburg, „aber wir schließen auf. In Nordrhein-Westfalen sind wir allemal die Nummer eins“, sagte Berg. Von 380 Startups im Land seien 180 in Köln beheimatet. Neben „Rewe Digital“ informierte sich die Dezernentin gestern noch bei der „denkwerk GmbH“ und dem Unternehmen „The AppGuys“.

Bei Rewe erläuterte van Oosten das Konzept. So soll der Kunde per Internet oder Smartphone seine Lebensmittel bestellen können, die ihm dann schnell frisch und gekühlt nach Hause gebracht werden. Andere Möglichkeit: Der Kunde bestellt elektronisch und holt die Ware im Rewe-Markt ab. „Ein Konzept, das in Frankreich erfolgreich ist, aber in Deutschland wird der Lieferservice deutlich besser akzeptiert“, erklärt Martin Brüning, Leiter Unternehmenskommunikation der Rewe Group. Der Service gilt für alle Rewe-Märkte in Deutschland und allen elf mittel- und osteuropäischen Länder, in denen Rewe Märkte hat. Ende 2014 wird es in Deutschland 16 Lieferregionen geben.

Neben dem Lebensmittelbereich sei „Rewe Digital“ mit der Digitalisierung für das Tourismusgeschäft beschäftigt, erklärt van Oosten. Mit DER Tourist Köln GmbH hat Rewe das zweitgrößte Tourismusunternehmen Europas mit einem Jahresumsatz von fünf Milliarden Euro.