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Stadt schafft neue Abteilung: Ein Manager für Kölns Baustellen

So wie hier sollen die Baustellenzäune am Rheinboulevard gestaltet werden. (Foto: Stadt Köln)

So wie hier sollen die Baustellenzäune am Rheinboulevard gestaltet werden. (Foto: Stadt Köln)

Köln -

Wenn über Missstände bei der Koordination von Baumaßnahmen gesprochen wird, erzählt man sich in Köln regelmäßig diese Anekdote: Erst reißt das eine Unternehmen die Straße auf, kaum ist die Teerdecke aufgetragen, setzt das nächste Unternehmen den Presslufthammer an. Und so weiter. Jetzt installiert die Stadt einen Baustellenmanager, der von einem neunköpfigen Team unterstützt werden soll. „Über die Baustellen wird mit am meisten diskutiert in Köln. Wir wollen Bauprozesse aus einer Hand schaffen“, versprach Oberbürgermeister Jürgen Roters.

Die Schaffung dieser neuen Abteilung im Amt für Straßen und Verkehrstechnik ist eine Reaktion der Stadt auf die Baustellenflut, von der Köln seit einigen Jahren überschwemmt wird. Während im Jahr 2000 die Zahl der genehmigten Baustellen noch bei rund 10 000 lag, waren es 2005 bereits 15 000 und voriges Jahr 23 600 – dabei zählt jedoch jeder Container am Straßenrand als Baustelle. Allein in der Innenstadt sind diesen Monat 178 Baustellen in Betrieb.

Der Mann, der nun vieles besser machen soll, heißt Thomas Weil und hat bislang die Verkehrsleitzentrale geführt. „Die Aufgabe ist eine große Herausforderung, aber es gibt bei diesem Thema Luft nach oben“, sagt er verheißungsvoll. Die Koordination von Baumaßnahmen solle besser werden, aber auch die Kontrolle von Baustellen. Ab sofort sollen deshalb die Baustellen in der Innenstadt und Deutz inspiziert werden. Bei Verstößen gegen Genehmigungen drohen Bußgelder zwischen 75 und 2000 Euro.

Den Firmen drohen bei Verstößen jedoch fatalere Folgen als die Geldstrafe. „Erfahrungen mit Bauunternehmen werden wir in die Vergabeverfahren einfließen lassen“, sagt Klaus Harzendorf, Leiter des Amts für Straßen und Verkehrstechnik. Schlampt also eine Firma am Bau, verringern sich ihre Chancen, bei zukünftigen Projekten noch berücksichtigt zu werden. Auf Baustellen müsse insgesamt „stringenter“ gearbeitet werden. „Wir machen Dampf“, betont der neue Baustellenmanager.

Was derzeit auf der Neusser Straße geschieht, hat laut Stadt Vorzeigecharakter. Hier erneuern die Kölner Verkehrs-Betriebe die Gleise, die Rheinenergie AG verlegt zeitgleich neue Wasserleitungen, die Stadtentwässerungsbetriebe bauen einen neuen Kanal, und die Stadt erneuert Ampeln. „Es gab auch in der Vergangenheit schon Absprachen“, beeilte sich Dr. Andreas Cerbe, Vorstand der Rheinenergie, zu ergänzen. Für das Jahr 2015 seien bereits 12 Bauprojekte entdeckt worden, die sich verbinden lassen.

Viele Baustellen sollen nach Wunsch der Stadt künftig auch aufgeräumter wirken und nach Möglichkeit hinter einem Sichtschutz verschwinden. Am Rheinboulevard in Deutz will die Stadt nun mit gutem Beispiel vorangehen und die Bauzäune mit Transparenten versehen, auf denen Bilder und Informationen zum Baugeschehen zu sehen sind. „Die Baustellen müssen besser ins Stadtbild eingefügt werden“, wünscht sich Thomas Weil – bislang konnte man ja oft meinen, die Baustellen seien das Stadtbild.

Für die Anfragen und Hinweise der Bürger ist Thomas Weil übrigens per Mail zu erreichen.

baustellenmanager@stadt-koeln.de