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Kölner Innenstadt: 150 Teilnehmer beim "Kögida"-Zug – 6500 Gegendemonstranten

Demonstranten, die sich der Hogesa-Bewegung zurechnen lassen, versuchen auf sich aufmerksam zu machen.

Demonstranten, die sich der Hogesa-Bewegung zurechnen lassen, versuchen auf sich aufmerksam zu machen.

Foto:

Hanano

Köln -

Der "Kögida"-Zug durch die Kölner Innenstadt hat offenbar nur wenige Sympathisanten mobilisieren können. Unsere Reporter vor Ort schätzen circa 40 Hooligans und rund 80 eigentliche "Kögida"-Demonstranten. Die Polizei gibt am Mittwochabend die Zahl mit 150 an.

Auf der anderen Seite: Mehr als 6500 Menschen demonstrieren für Freiheit und Vielfalt und Trauern um die Opfer der Terroranschläge von Paris.

Die "Kögida"-Organisatoren hatten sich vor Gericht das Recht auf einen Marsch durch die Innenstadt erstritten. Die wenigen Teilnehmer der islamfeindlichen Bewegung hatten sich frühen Abend in Bewegung gesetzt. Augenzeugen berichten von einer äußerst aggressiven Stimmung.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot am Kölner Dom/Hauptbahnhof und soll den Zug der „Kögida“ absichern. Auch im Bahnhof demonstrieren offenbar Menschen gegen den Aufmarsch der "Kögida"-Anhänger.

Besonders brenzlig: Für die Kögida-Demo am Abend in der Innenstadt treffen auch Hooligans und Rechte ein. Auf der Internet-Plattform „Facebook“ warben Mitglieder der „Hogesa“-Gruppierung für eine Teilnahme an der Kögida-Demo, heißt es aus Polizeikreisen.

Um kurz vor 18 Uhr trafen bereits etwa 40 Hogesas ein, die einen alkoholisierten Eindruck machten. Zur eigentlichen „Kögida“ sind inzwischen etwa 80 Demonstranten eingetroffen. Den Ton geben dabei klar die Hooligans an, die lauthals Parolen skandieren. Die Stimmung ist aggressiv, Fotografen werden von „Kögidas“ bedrängt und bedroht.

Zur Zeit ist ein Verlassen des Hauptbahnhofes durch den Haupteingang nicht möglich. Die Teilnehmer müssen einen Umweg gehen.

Der vorläufige Zugweg verläuft nach der Auftaktkundgebung am Bahnhofsvorplatz über die Dompropst-Ketzer-Straße, An den Dominikanern bis zur Straße "Kattenbug". Auf dem gleichen Weg soll sich der Demonstrationszug zurück zum Bahnhofsvorplatz bewegen und dort mit einer Kundgebung enden.

Der Dom bleibt beleuchtet

Anders als vor zehn Tagen blieb der Dom beleuchtet. Das Domkapitel will die Ausschaltung der Dombeleuchtung vom 5. Januar als einmaliges Signal verstanden wissen. Stattdessen hängt nun aber ein Banner an der Domseite, die zum Bahnhof zeigt. Darauf steht „Die Kirche verwirft jede Diskriminierung eines Menschen seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht.“

Erfolg für Kögida-Veranstalter

Am Nachmittag gab es zuvor einen Teilerfolg für die Kögida-Veranstalter: Der „Abendspaziergang“ durch die Innenstadt war doch noch bewilligt worden. Allerdings behält sich die Polizei den Weg und die Dauer des Zuges vor und stützt sich damit auf das gerade verkündete Urteil des Oberverwaltungsgerichtes in Münster. Die dortigen Richter haben damit den Beschluss des Verwaltungsgericht in Teilen aufgehoben. „Wir führen jetzt neue Kooperationsgespräche mit dem Veranstalter“, sagte eine Polizeisprecherin. Am Abend müssen Autofahrer mit erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt rechnen.

(ta/dpa/vk/lb)