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Kölnische Rundschau | Amstgericht Köln: Salafist Abou-Nagie wieder vor Gericht
12. January 2016
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Amstgericht Köln: Salafist Abou-Nagie wieder vor Gericht

Der salafistische Prediger Ibrahim Abou-Nagie. (Archivfoto)

Der salafistische Prediger Ibrahim Abou-Nagie. (Archivfoto)

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Nabil Hanano

Köln -

Am 21. Januar kommt es vor dem Amtsgericht zur Neuauflage des Prozesses gegen den radikal-islamistischen Prediger Ibrahim Abou-Nagie. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Initiator der umstrittenen Verteilung von kostenlosen Koran-Ausgaben unter dem Motto „Lies mich!“ gewerbsmäßigen Betrug vor. Laut Anklage soll Abou-Nagie zwischen Februar 2010 und Mai 2012 zu Unrecht rund 53 000 Euro vom Jobcenter für sich und seine Familie bezogen haben, obwohl er über umfangreiche finanzielle Mittel verfügt habe. Die soll er mit Hilfe eines Kontos, das auf seinen Mitangeklagten lief, verschleiert haben.

Bereits am 9. April 2015 hatte es den Versuch einer Verhandlung gegeben. Damals war es aber nicht einmal zur Verlesung der Anklage gekommen. Ein Befangenheitsantrag, über den zweieinhalb Stunden beraten wurde, und ein Antrag auf Verlegung des Prozesses in einen größeren Saal hatten zu der Verzögerung geführt.

Mehrmals kam es zu teils giftig geführten Wortgefechten zwischen dem Amtsrichter und Mutlu Günal, Verteidiger von Abou-Nagie. Dem Prozess wohnten rund 25 Gesinnungsgenossen des Predigers bei. Sie hielten Koran-Ausgaben in ihren Händen und feierten die Vertagung des Verfahrens mit „Allahu Akbar“-Rufen wie einen Sieg. Ein Zuschauer wird am 21. Januar nicht wieder dabei sein: Sven Lau, Initiator der sogenannten „Sharia Police“ in Wuppertal, die im September 2014 Aufsehen erregte. Er war am 15. Dezember 2015 auf Geheiß der Bundesanwaltschaft festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen eine Terrororganisation in Syrien finanziell und logistisch unterstützt sowie Kämpfer für sie angeworben zu haben.