Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Archäologische Zone Köln: Suche nach dem neuen Direktor mit Vergnügen und wenig Arbeit

In der Archäologischen Zone wird gearbeitet, um die Besetzung des Direktorenpostens wurde lange gestritten.

In der Archäologischen Zone wird gearbeitet, um die Besetzung des Direktorenpostens wurde lange gestritten.

Foto:

Rosenbaum

Köln -

Wildpastete mit Preiselbeeren, Barolo-Schmorbraten oder Doradenfilet und vielleicht noch eine Mousse au Chocolat als Dessert. Die extra vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) gedruckte Speisekarte legt einen angenehmen kulinarischen Abend im Kölner Weinhaus Brungs nahe. In den Genuss dieses „Menü LVR“ sind unter anderem die Mitglieder der fünfköpfigen Findungskommission gekommen, die den Verband bei der Besetzung des Direktorenpostens für die Archäologische Zone beraten hat. Quittungen, die der Rundschau vorliegen, belegen, dass der Abend am 22. Januar offenbar bis Mitternacht ging, mit einem gemütlichen Ausklang mit sechs Kölsch, zwei Hefeweizen und diversen Digestifs. Kosten mit Essen und begleitenden Getränken: 700 Euro. Erst am nächsten Tag – nach Übernachtung im Hyatt – hat die Kommission dann ihre Arbeit aufgenommen.

Keine Vergütung für Kommissionsmitglieder

Für den LVR ist das offenbar ein normales Vorgehen. „Die Mitglieder der Findungskommission haben für ihre zweitägige Tätigkeit keine Vergütung erhalten. Es ist üblich, dass in einem solchen Fall zumindest Kost und Logis der für den LVR tätigen Gutachter übernommen werden“, teilt ein Sprecher auf Rundschau-Anfrage mit. Alle Kosten des Verfahrens seien eingeplant und vom Landschaftsausschuss am 24. Oktober 2014 beschlossen worden. Dieser Beschluss war auch Gegenstand des jüngsten Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht Köln zur Besetzung des Direktorenpostens. Der unterlegene Bewerber Dr. Sven Schütte wollte mit seinem Antrag auf einstweilige Anordnung gegen die erneute Besetzung der Position mit Dr. Thomas Otten vorgehen.

Schüttes Anwalt Dr. Hubert Minz hatte argumentiert, dass der politische Beschluss des Landschaftsausschusses von der Verwaltung nicht umgesetzt worden sei. „Die Mitglieder der Findungskommission werden die Bewerbungsunterlagen sichten, analysieren und eine fachliche Bewertung abgeben“, hieß es im Beschluss. Aus Unterlagen, die der Rundschau vorliegen, geht allerdings hervor, dass die Kommissionsmitglieder offenbar lediglich ein „Erörterungsgespräch“ vorgenommen haben. Es gibt sogar einen Vermerk von LVR-Kulturdezernentin Dr. Milena Karabaic, der überschrieben ist mit „Änderung des weiteren Besetzungsverfahrens ,Leitung Archäologische Zone mit Jüdischem Museum‘“. Darin schreibt Karabaic, dass darauf verzichtet werde, die Mitglieder der Findungskommission an dem modularen Auswahlverfahren teilnehmen zu lassen. Die Dezernentin argumentiert, dass im weiteren Verfahren die Berücksichtigung wissenschaftlicher Fachkenntnisse nicht weiter erforderlich sei, sondern hauptsächlich auf die Managementkompetenzen ausgerichtet werden solle.

Allerdings heißt es im politischen Beschluss: „Soweit Vorstellungsgespräche erforderlich sein sollten, werden die Mitglieder der Findungskommission daran beratend teilnehmen.“ Stattdessen wurde nach Rundschau-Informationen eine externe Firma mit dem weiteren Bewerbungsverfahren beauftragt.

Zu Detailfragen zu diesem Vorgehen, wollte sich der LVR mit Verweis auf das laufende, noch nicht rechtskräftig abgeschlossenen Stellenbesetzungsverfahren nicht äußern. „Grundsätzlich gilt: Der LVR beachtet bei seinem Verwaltungshandeln stets die Beschlüsse der politischen Vertretung. So auch in diesem Fall“, so ein Sprecher des Landschaftsverbands.