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Archäologischer Fund: Römische Gräber im Gerling-Quartier

Diese Backsteinmauer aus dem 19. Jahrhundert an der Spiesergasse könnte zum alten Spieserhof gehört haben. (Foto: Meisenberg)

Diese Backsteinmauer aus dem 19. Jahrhundert an der Spiesergasse könnte zum alten Spieserhof gehört haben. (Foto: Meisenberg)

Köln -

Kaum ist im Gerling-Quartier mit dem Aushub für den zweiten Bauabschnitt begonnen worden, da sind auch schon die Archäologen gefordert. In einer Baugrube an der Spiesergasse – hier soll die Tiefgarage für den Komplex erweitert werden – kamen römische Bestattungsreste zutage. Sie sind „altgestört“, wie Dr. Marcus Trier, Direktor des Römisch-Germanischen Museums und Leiter der Archäologischen Bodendenkmalpflege, erklärt. Sie wurden also bei früheren Bautätigkeiten teils zerstört.

Über Teilen des dortigen römischen Friedhofs wurden außerdem Reste einer Backsteinmauer mit Rundbögen aus dem 19. Jahrhundert gefunden, „die wir noch nicht zuweisen können. Wir sind erst am Anfang der Grabungen“, erklärt Trier, „wir müssen gucken, ob es Quellen zum alten Spieserhof gibt.“

Dass auf der Baustelle an St. Gereon archäologische Funde auftauchen würden, war nicht überraschend. Mit dem Bauherrn, der Immofinanz-Gruppe, war vertraglich vereinbart worden, dass die städtischen Archäologen mehrere Monate in dem Bereich arbeiten werden. Wenn Erde der Baustelle abtransportiert ist, können die Arbeiten beginnen.

Bereits beim ersten Bauabschnitt für das neue Gerling-Quartier, der in Kürze abgeschlossen ist, hatten die Archäologen Teile des römischen Friedhofs mit 70 bis 80 Bestattungen gefunden. „Die spät-antiken Gräber waren überwiegend ohne Beigaben, deshalb kann man sie schlecht datieren, sie könnten aus dem 4. oder 5. Jahrhundert sein“, sagt Trier. In jedem Fall sei dieser Friedhof im Frühmittelalter weiter genutzt worden.

Seit dem frühen 1. Jahrhundert nach Christus gab es rund um die heutige Kirche St. Gereon ein großes Friedhofsareal. In spätrömischer, christlich geprägter Zeit entstand der Kernbau von St. Gereon: 23 Meter lang, 19 breit, mit ovalem Grundriss. „Das war eine Gedächtnishalle von gewaltigen Ausmaßen und beeindruckender Ausstattung“, so Trier.


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