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Aufarbeitung Silvesternacht in Köln: Ermittlungen: „Es ist kein Ende in Sicht“

Bild Silvesternacht Ermittlungen

Die Silvesternacht wurde zu einem Tatort.

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dpa

Köln -

Massenweise Videomaterial sichten, Opfer aus dem ganzen Land befragen, Handydaten auswerten und Angreifer verhören – seit Anfang des Jahres arbeitet die Ermittlungsgruppe „Neujahr“ die drastischen Vorgänge in der Silvesternacht auf.

Schlechtes Bildmaterial behindert Ermittlungen

Es ist eine der größten Ermittlungskommissionen der Kölner Polizei in den vergangenen Jahren – und die aufwendige Arbeit wird vorerst nicht enden. „Es ist kein Ende in Sicht“, betont Polizeisprecher Karlo Kreitz. Bis auf Weiteres sollen etwa 100 Beamte die Vorfälle aufarbeiten. Zu Spitzenzeiten waren rund 140 Mann im Einsatz. Derzeit sitzt nur ein Mann wegen des Verdachts auf einen sexuellen Übergriff in U-Haft.

Ein Problem für die Ermittler ist das oftmals schlechte Videomaterial aus dem Kölner Hauptbahnhof. Die Bilder, die den Fahndern vorliegen, sind oftmals unscharf und zeigen nur eine Masse von Verdächtigen und keine Details. „Wir können nur eine Öffentlichkeitsfahndung starten, wenn wir auf den Bildern eine strafrechtliche Handlung erkennen“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer der Rundschau. Bisher seien die Ermittler in dieser Hinsicht noch nicht entscheidend weitergekommen.

Verbindung zwischen Täter und Opfer gefunden

Die Polizisten würden aber daran arbeiten, verwertbares Material für eine Öffentlichkeitsfahndung zu finden. Dennoch ist es den Ermittlern mit Hilfe von Spezialisten von Scotland Yard in London gelungen, in mehreren Fällen eine Verbindung zwischen Täter und Opfer herzustellen – dabei ging es hauptsächlich um Diebstähle von Handys.

Zwei so genannte „Super recognizer“ schauten sich beispielsweise Fotos von Tatverdächtigen an, die dann mit den aufgezeichneten Bildern der Überwachungskameras verglichen wurden. Insgesamt wurden bereits 1000 Stunden Videomaterial gesichtet. Die Polizisten stehen bei ihren Recherchen auch unter Zeitdruck und zwar wegen der gesetzlichen Regelung zur Vorratsdatenspeicherung bei Handys.

Die Auswertung der Daten muss rasch passieren, denn die Funkzellendaten und die Verbindungsdaten werden nur 80 Tage vom Anbieter aufbewahrt.