Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Auffällig ruhige Weiberfastnacht in Köln: Karneval unter Aufsicht – Polizeipräsenz und Dauerregen zeigen Wirkung

Polizisten kontrollieren zwei Flüchtlinge auf dem Alter Markt.

Polizisten kontrollieren zwei Flüchtlinge auf dem Alter Markt.

Foto:

Bernd Rosenbaum

Köln -

Um 11 Uhr ist ein Straßenkehrer mit weißem Schnauzbart der zornigste Mann auf dem Bahnhofsvorplatz. Mit Schwung schiebt er einige Flaschen zusammen. "So wenig wie heute war noch nie los, sonst war hier alles voll." Der Mitarbeiter der Abfallwirtschaftsbetriebe will seinen Namen nicht nennen, aber er schimpft. Nicht über den Müll, sondern weil so wenig liegt. Er schimpft auf ein Deutschland, "in dem so etwas möglich ist." Er schimpft, weil an Weiberfastnacht weniger Menschen unterwegs seien als üblich.

Der Regen hat gerade begonnen, doch dort wo die Menschenmassen zum Feiern, Singen, Bützen und Alkohol trinken strömen sollten, tröpfeln die Jecken eher spärlich. Das ist möglich in Deutschland, in Köln, an Weiberfastnacht, dem Hauptfeiertag des Straßenkarnevals. Ein Teil mag zu Hause geblieben sein wegen der Ereignisse der Silvesternacht, aus einem Unsicherheitsgefühl heraus. "Viele Kölner sind wohl eher direkt in die Kneipe und nicht auf die Straßen gegangen. Das ist schließlich das erste Mal seit mehr als 20 Jahren, dass Weiberfastnacht ein Regentag ist", sagt Sigrid Krebs vom Festkomitee.

Dennoch, die Ruhe mit der Jecke sich in der Stadt bewegen, ist auffallend. Die Stadt wirkt wie doppelt auf den Kopf gestellt, es ist Karneval und Kölle steht mit beiden Beinen auf dem Boden. Angesichts von Hunderten Polizisten am und um Bahnhof, Dom und Alter Markt, wirken die Jecken fast ein wenig eingeschüchtert.

Im Hauptbahnhof ist es zwar voll, aber es ist genug Platz, um an den Polizisten und den vielen Kamerateams,die aus aller Welt gekommen sind, um über den Kölner Karneval zu berichten, auszuweichen. Den Journalisten geht es um die Frage, wie feiert Köln unter dem Eindruck der Silvesternacht? Wie sicher können Frauen feiern? Sie befragen Frauen wie Christina (33), Sabrina (26) und Nicole (25), die "wie jedes Jahr" aus der Eifel als Dreiergrüppchen zum Feiern nach Köln gefahren sind. Panda-Dame Christina sagt: "Wir haben uns gesagt, trotz Silvester, wir lassen uns nicht verrückt machen". Eine Gruppe junger Männer drängt vorbei. Alle halten einen Arm ausgestreckt, sie rufen: "Eine Armlänge Abstand." Auch so eine Auswirkung der Silvesternacht, der unglückliche Sicherheitstipp von Oberbürgermeisterin Henriette Reker ist noch nicht vergessen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter.

nächste Seite Seite 1 von 2

Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?