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Kölnische Rundschau | Deutzer Hafen: Von Kölscher Gracht bis zur Auenlandschaft
13. October 2013
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Deutzer Hafen: Von Kölscher Gracht bis zur Auenlandschaft

Entwickelten angehende Architekten Visionen für den Hafen.

Entwickelten angehende Architekten Visionen für den Hafen.

Foto:

Deppe

Köln -

Ihre städtebaulichen Konzepte unterschieden sich deutlich, in einem waren sich die fünf Teams aus 22 Architekten, Stadt- und Landschaftsplanern jedoch einig: in ihrer Begeisterung für den Ort, den Deutzer Hafen, mit dessen Entwicklung sie sich auf Einladung der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen drei Tage beschäftigt haben. „Das ist ein Filetstück, zuhauf ausgestattet mit allem, was ein schönes Baugebiet haben muss, eine 1AAA-Lage“, schwärmte der angehende Architekt Fritz Keuthen.

Das große Potenzial des Industriehafens war es auch, das die Kammer bewogen hatte, ihn zum Thema des Sommerseminars zu machen, wie Hauptgeschäftsführer Markus Lehrmann betonte. In grober Kenntnis des städtischen Entwicklungskonzeptes, das die Rundschau bereits exklusiv vorgestellt hat, haben alle Planungsteams die Umwandlung des vollständigen Areals, also die Umwidmung der Flächen beidseitig des Hafenbeckens bei Verbleib lediglich der Ellmühle ausgestaltet.

Die städtebaulichen Figuren hätten aber unterschiedlicher kaum sein können: Sie reichten von der blockartigen Einfassung des Hafenbeckens als „Kölscher Gracht“ über die lockere Bebauung des Bereichs vor den Poller Wiesen in Form von Gebäuden auf sieben Meter hohen Stelzen, die durch Stege verbunden sind, bis zur Idee, nur an der Siegburger Straße Bauflächen auszuweisen und die Landzunge zur Auenlandschaft umzugestalten.

Die Stadt wird nach einer Grundsatzentscheidung des Rates für die Umwandlung des Hafens wohl selbst einen Wettstreit der Ideen ausrufen. Doch wurde im Kammerseminar schon deutlich, wie Planer die Stärken des Standortes ausspielen: etwa im hohen Wohnanteil bei einer gemischten Nutzung, zu der auch Gewerbe und Dienstleistung gehören.

„Das Gebiet bietet die Chance, sehr, sehr hoch qualifizierten Wohnraum zu schaffen“, sagte Diplom-Ingenieur Thorsten Pofahl, dessen Team darauf mit hoher Verdichtung an der Siegburger Straße und einer Blockrandbebauung auf der Landzunge antwortete. Dagegen plädierte Keuthens Gruppe mit dem Ziel einer echten Veedelsbildung für eine hohe Dichte und große Vielfalt der Bebauung auch auf der Westseite des Wasserbeckens.

Der Deutzer Hafen – ein Ort mit „vielen Begabungen“, der „kein neuer Rheinauhafen“ werden sollte, wie der betreuende Stadtplaner Prof. Rolf Westerheide feststellte. Köln stehe vor der Chance, auf dem Areal in Deutz „die Zukunft der Städte“ zu verwirklichen.