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Kölnische Rundschau | Fahrrad-Sternfahrt: „Straßen sind nicht bloß für Autofahrer da“
15. June 2014
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Fahrrad-Sternfahrt: „Straßen sind nicht bloß für Autofahrer da“

Die Teilnehmer der Sternfahrt sind auf dem Weg zum Heumarkt.

Die Teilnehmer der Sternfahrt sind auf dem Weg zum Heumarkt.

Foto:

Hanano

Köln -

Fahrradfahrer sind in Köln beileibe kein seltenes Bild mehr. Der Anblick allerdings, das sich Sonntagnachmittag auf dem Heumarkt bot, sorgte dann doch für Staunen: Rund 2200 Velofahrer kamen dort zur Abschlusskundgebung der 7. Kölner Fahrrad-Sternfahrt zusammen. Zu Sambarhythmen und dem Lärm zahlreicher Fahrradklingeln breiteten sich die Teilnehmer aus, um Präsenz zu zeigen und ein politisches Zeichen zu setzen.

Denn die Fahrt, die auf neun Routen in die Innenstadt geführt hatte, ist weit mehr als nur eine gemütliche Tour begeisterter Fahrradfahrer. „Uns geht darum, darauf hinzuweisen, dass Radfahren ökologischer ist als Autofahren. Weiter fordern wir, dass die Straßen für Radfahrer besser nutzbar gemacht werden. Diese sind nämlich nicht nur für die Autofahrer da“, erklärte Wolfgang Kissenbeck, 1. Vorsitzender des Aktionsbündnisses Kölner Sternfahrt. Melanie Laufen vom Vorstand des Kölner Kreisverbandes des Verkehrsclubs Deutschland drückte es noch konkreter aus: „Laut Straßenverkehrsordnung gehören Radfahrer auf die Straßen.“

Laut offizieller Verkehrszählung bewegen sich heutzutage in Köln rund 15 Prozent aller Verkehrsteilnehmer auf Zweirädern fort – Tendenz steigend. Dennoch seien, wie Joachim Schalke berichtete, viele unzufrieden mit der Verkehrssituation: „Es gibt viele Leute, die nicht mit dem Fahrrad fahren, es aber gerne täten, wenn sie sich sicherer fühlten“, erklärte der 1. Vorsitzende vom Kölner Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs.

Nach Meinung des Clubs, der ebenfalls dem Aktionsbündnis angehört, muss der Radverkehr „neu gedacht“ werden. Es gehe um einen „modernen Radverkehr“, der in Kombination mit den anderen Verkehrsmitteln vorangetrieben werden müsse. Schalke betont, dass sich in den letzten Jahren politisch einiges getan hätte. Dennoch: So richtig sei die Bedeutung noch nicht erfasst worden.

Nicht alle Teilnehmer jedoch fanden die Forderung, dass Radfahrer mehr auf die Straßen sollten, sinnvoll. So wie Luisa Ostertag: „Ich wusste gar nicht, dass das verboten ist. Mir ist das aber oft zu gefährlich. Meiner Meinung nach sollten lieber Radwege ausgebaut und vergrößert werden.“