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FC-Kolumne „Nie mehr 2. Liga“: Fensterplatz fürs Montagsspiel - Wenn das Wintertransferfenster schließt

Jens Meifert (L) und Thorsten Moeck sind die FC-Kolumnisten.

Jens Meifert (L) und Thorsten Moeck sind die FC-Kolumnisten.

Foto:

Schmülgen/Hahn

Köln -

Der erste Höhepunkt der Rückrunde steht an, nein, gemeint ist nicht der Auftritt des 1. FC Köln beim Pokalsieger VfL Wolfsburg, auch nicht der 19. Spieltag als Gesamtkunstwerk. Am 1. Februar, also am Montag, schließt um 18 Uhr das Wintertransferfenster der Bundesliga. Da richtet man sich als Fan eines im Mittelfeld platzierten Clubs gemütlich auf der Fensterbank ein und verfolgt Chaos und Panikkäufe anderer Vereine.

Die letzten Sekunden, bevor endgültig nichts mehr geht, erinnern jedes Mal an die „Reise nach Jerusalem“ bei einem spaßigen Kindergeburtstag, wo irgendwer übrig bleibt, der nicht schnell genug einen Verein, ähm, einen Stuhl, findet. Oder an den Moment, wenn in der Disco am frühen Morgen das Licht angeht und das paarungswillige Volk sich hektisch auf alles wirft, was noch auf der Tanzfläche steht. Da entstehen zuweilen lustige bis tragische Verbindungen.

Wir als Verein haben das nicht nötig. Also, nicht mehr jedenfalls. Wenn Caglar Söyüncü, 19-jähriger Innenverteidiger von Altinordu Izmir, kommen will, kommt er. Wenn nicht, freut sich Stadionsprecher Michael Trippel, weil ihm ein Zungenbrecher erspart bleibt. So sind wir in Köln. Et kütt, wer kütt. Ansonsten gilt: Küste hück nit, küste morje. Nur Eric Maxim Choupo-Moting kam nie, weil das Fax-Gerät seine Liaison mit dem FC verhindert hatte.

„Transvergerüchte“

Es ist die Zeit gekommen, in der seriöse Medien auf ihren Online-Seiten „Transferticker“ einrichten und es als Super-Sensations-Neuigkeit verkaufen, dass Fredy Guarin, der bislang recht unauffällig bei Inter Mailand agiert hat, zu Shanghai Shenhua wechselt. Wow, welch ein Kracher. Andere Medien verkünden „Transfergerüchte“ und melden gnadenlos alles, was irgendwer am Stammtisch oder auf dem Stadionklo gehört hat. Übrigens soll der 1. FC Köln kurz vor der Verpflichtung von Mittelfeld-Allrounder Jens Meifert (TuS Ost Bielefeld) stehen. Habe ich gehört. Neulich beim Mittagessen. Die Einstellung von Meifert soll stimmen. Hatte er jedenfalls vor dem Dessert behauptet.

Montag, 18 Uhr. Irgendwie ist das typisch deutsch. Die Geschäfte schließen pünktlich. Umtausch ist ausgeschlossen, wie immer bei Restposten. Woanders stehen Spielerberater um 18 Uhr erst auf. Vielleicht ist das Transferfenster deshalb in Italien bis 23 Uhr geöffnet. Und in England, Frankreich und Spanien bis Mitternacht. Langer Montag sozusagen. Was sagt uns das? Deutschland macht die Grenzen dicht, danach kann nur noch abgeschoben werden.

In Brasilien sind Transfers übrigens bis zum 20. April erlaubt. Für die große Fußballkarriere ist es nie zu spät. Boa sorte, lieber Jens!


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