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Generalsanierung Scheibenstraße: Kostenexplosion bei der Feuerwehr

Kunst am Bau: Anfang 2006 wurde das neue Führungs- und Schulungszentrum der Berufsfeuerwehr  in Betrieb genommen. Der Bau kostete 14,6 Millionen Euro.

Kunst am Bau: Anfang 2006 wurde das neue Führungs- und Schulungszentrum der Berufsfeuerwehr  in Betrieb genommen. Der Bau kostete 14,6 Millionen Euro.

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Gauger

Köln -

Die Feuerwehr ist der Stadt lieb und teuer – zu teuer, wie manche meinen. In einem vertraulichen Papier, das der Rundschau vorliegt, hat die Stadtverwaltung aufgelistet, warum die Generalsanierung und Erweiterung der Hauptfeuerwache an der Scheibenstraße nicht wie 2009 angenommen 20 Millionen, sondern 39,9 Millionen kostet. Die nahezu verdoppelten Kosten werden fällig, weil vieles entweder nicht untersucht oder aber unterschätzt worden ist.

Der rot-grünen Koalition war das Anlass, Alarm zu schlagen und gestern Abend in den jeweiligen Fraktionssitzungen über die enormen Kosten für die Feuerwehr zu sprechen. Nun soll das Rechnungsprüfungsamt eingeschaltet werden und eine Generalüberprüfung der Feuerwehrinvestitionen vornehmen. Abgesehen von den 39,9 Millionen sollen in 2014 nach Vorstellungen der Verwaltung weitere 24 Millionen in die Feuerwehr investiert werden, hieß es aus der Politik. Es gibt elf Wachbezirke in Köln.

Zurück zu den 39,9 Millionen Euro für die Generalsanierung der Hauptfeuerwache: Die sollte bei laufendem Betrieb erfolgen. Zur Sicherheit müssten aber für den Notfall externe Büros angemietet werden. Das sei in der Machbarkeitsstudie 2009 nicht berücksichtigt worden, heißt es in dem Papier. Für dieses Provisorium müssen zusätzlich 850 000 Euro eingeplant werden.

Bei der Fahrzeughalle sei man davon ausgegangen, dass das Gebäude in den 1970er Jahren so konzipiert worden sei, dass sie aufgestockt werden könne, denn in der Ursprungsplanung sei sie zur Überbauung vorgesehen worden. „Diese Annahme bestätigte sich im Verlauf der späteren Untersuchungen nicht“, bedauert die Verwaltung; Mehrkosten: 8,5 Millionen Euro.

Die Feuerwehr braucht mehr Platz, schon jetzt ist ein Bereich ausgelagert. Dafür müssen im Jahr 100 000 Euro Miete bezahlt werden. Für diese Abteilung müsste eine andere Halle nicht wie geplant um ein, sondern um vier Obergeschosse aufgestockt werden. Es stellte sich heraus, dass auch diese Halle – entgegen ursprünglichen Annahmen – nicht aufgestockt werden kann. Sie muss abgerissen und neu gebaut werden; Mehrkosten: 5,3 Millionen Euro.

Zwischen zwei Gebäuden verlaufen unter einer Hoffläche Versorgungsleitungen, die „völlig marode und entgegen der ursprünglichen Annahme zu erneuern“ sind. Dazu muss der Hof aufgebrochen und wieder erneuert werden. Allein diese Arbeiten schlagen mit 1,07 Millionen Euro zu Buche. Auch die verschärften Anforderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz treiben die Kosten in die Höhe.

Die 45 ehrenamtlichen Mitarbeiter des Fernmeldedienstes der Freiwilligen Feuerwehr sind im Katastrophenschutzzentrum des Bundes untergebracht. Der Bund will das Gebäude verkaufen. Auf diese Spezialeinheit könne nicht verzichtet werden, heißt es in der Verwaltungsvorlage, ebenso wenig wie „auf den Neubau des Gerätehauses für den Fernmeldedienst“. 2009 wurden die Baunebenkosten mit 20 Prozent beziffert, heute liegen sie laut Verwaltung bei 27 Prozent. Bei der Voruntersuchung ist die Schadstoffbelastung nicht geprüft worden, dafür müssen zusätzlich 357 000 Euro einkalkuliert werden.

Die Hauptfeuerwache wurde 1978 fertiggestellt. Bei der jetzigen Planung war von vornherein klar, dass Dach, Fassade, Fenster und Heizung dringend sanierungsbedürftig sind. Bis heute ist das Personal, das an der Scheibenstraße arbeitet, um 70 Prozent gestiegen: 110 Mitarbeiter arbeiten im Brandschutz und Rettungsdienst, 64 in der Leitstelle und 167 in der Branddirektion. Anfang 2006 wurde für 14,6 Millionen Euro ein Neubau für die neue Leitstelle, die Feuerwehr- und Rettungsdienstschule und Führungsräume bezogen.

 

 


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