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Glücksspielsucht: Drogenhilfe Köln will Jugendliche schützen

Symbolbild.

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dpa

Köln -

Morgens ins Kino – der Tag begann für die Auszubildenden der Kölner Jugendwerkstätten ungewohnt. „Rausch des Zufalls“ hieß der Film, den sich die rund 200 Jugendlichen im Cinedom anschauten. Die Azubis sind genau die Zielgruppe, die die Drogenhilfe Köln erreichen möchte. Mit ihrer Fachstelle Glücksspielsucht und gemeinsam mit der Stadt thematisierte sie die oft unterschätzte Suchtgefahr.

„Besonders gefährdet sind Personen unter 25 Jahren, vor allem Männer“, so Dr. Thomas Hambüchen, Geschäftsführer der Drogenhilfe Köln. Wertschätzung über vermeintliche Gewinne, Perspektivlosigkeit, die am Spielautomaten vergessen wird – die Beweggründe, die zur Sucht führen können, sind vielfältig.

5000 „pathologische“ Spieler

Rund 6000 „problematische“ Glücksspieler zähle man in Köln. Das sind Personen, die ihr Suchtpotenzial noch selbst erkennen können. Hinzu kommen 5000 „pathologische“ Spieler, die abhängig sind, dies aber nicht mehr selbst erkennen, so Hambüchen. 70 Prozent seien Automatenspieler, an zweiter Stelle folgen Online-Glücksspiele wie Poker und Sportwetten. Gerade hier sind Jüngere oft betroffen.

„In Köln gibt es rund 250 gewerbliche Spielstätten, hinzukommen geschätzte 800 illegale“, sagte Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes. Neben der Hilfe einer Therapie betont sie vor allem die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen. „Wir müssen in Schulen und Vereine gehen, Flyer in anderen Sprachen verteilen.“ Dazu fehlt das Geld. Die Fachstelle Glücksspielsucht der Drogenhilfe Köln hat zwei Mitarbeiter, finanzielle Unterstützung der Stadt gibt es nicht. „Dem gegenüber stehen zehn bis zwölf Millionen Euro jährlich, die die Stadt durch Spielhallen einnimmt“, so Hambüchen.

Jeden Montag um 17.30 Uhr gibt es Motivationskurse für Angehörige, jeweils um 18 Uhr beginnen die Kurse für die Betroffenen in der Krefelder Straße 5. Seit April gibt es zudem in Mülheim an der Bergisch Gladbacher Straße 71 von 14.30 bis 17.30 Uhr ein Beratungsangebot für Glücksspielsüchtige. Telefonische Beratungen gibt es in deutsch (0800 0776611) und türkisch (0800 3264762).

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