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Kölnische Rundschau | Herzensangelegenheit: Starke Lobby für den Rheinpark gesucht
29. September 2013
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Herzensangelegenheit: Starke Lobby für den Rheinpark gesucht

Die weiß gestrichene Pergolenwand mit dem Blauregen sowie der gestufte Holzsteg neben den „Wasserterrassen“ von Landschaftsarchitektin Herta Hammerbacher, ein Ensemble geschaffen zur Bundesgartenschau 1971. (Fotos: Gauger)

Die weiß gestrichene Pergolenwand mit dem Blauregen sowie der gestufte Holzsteg neben den „Wasserterrassen“ von Landschaftsarchitektin Herta Hammerbacher, ein Ensemble geschaffen zur Bundesgartenschau 1971. (Fotos: Gauger)

Köln -

„Ich liebe dieses Stück Natur in Köln. Die Blumen und Bäume im Wandel der Jahreszeiten, die reiche Tierwelt und dazu noch die Kunst und Architektur.“ Seit 2005 bis zu seiner Pensionierung Ende Juli hat Gerhard Böckmann den Rheinpark geleitet. Im Hinblick auf seine langjährige Wirkungsstätte ist der 65-jährige, gelernte Gärtner jetzt in anderer Funktion wieder in Amt und Würden: Böckmann wird sich als ehrenamtlicher Geschäftsführer in dem von ihm mitgegründeten „Förderverein Rheinpark“ unter Vorsitz von OB Jürgen Roters engagieren.

„Wir wollen die Kölner Bürger noch näher an den Rheinpark bringen, ihnen Führungen und Informationsveranstaltungen anbieten, dabei Natur, Gebäude und Skulpturen vorstellen“, erläutert Böckmann. Und nicht nur das.

Für gärtnerische Arbeiten in der zur Bundesgartenschau 1957 entstandenen Park-Anlage möchte Böckmann mit seinen Mitstreitern weitere ehrenamtliche Helfer gewinnen und Unternehmen aus der „Nachbarschaft“ als potenzielle Sponsoren ansprechen, RTL etwa, Lanxess, den LVR und Köln-Kongress. Denn: Zur angemessenen Unterhaltung des denkmalgeschützten, 40 Hektar großen Schmuckstücks aus den 50er Jahren fehlt es der Stadt am Geld.

Kölner Bürger näher an den Rheinpark bringen

Am dringendsten sieht der Geschäftsführer des jungen Fördervereins Handlungsbedarf an einer Anlage, die zur zweiten Bundesgartenschau im Rheinpark, 1971, geschaffen wurde: die metallene Pergolenwand mit dem gestuften Holzsteg an den „Wasserterrassen“ von Landschaftsarchitektin Herta Hammerbacher. Die weiße Stahlkonstruktion mit dem Blauregen müsste entrostet und neu gestrichen, das Stegholz ersetzt werden. Kostenpunkt laut Böckmann „gut 10 000 Euro“. Allein stemmen könne der Verein die Maßnahme sicher nicht, Ziel sei es daher, die Stadt bei der Finanzierung dieser und anderer Maßnahmen wenigstens unter die Arme zu greifen.

An der „Bastion“ von 1957, einem erhöht angelegten Aussichts- und Ruheplatz mit Bänken und Rheinblick, bröckelt der Putz; gleich daneben müssten nach Austausch der Erde eigentlich wieder Rhododendren angepflanzt werden. Auch dies eine Maßnahme, die mehrere tausend Euro verschlingen dürfte. Überhaupt wäre es an vielen Stellen nötig, Nachpflanzungen vorzunehmen und Beete zu ergänzen, so Böckmann.

Geradezu „eine Herzensangelegenheit“ ist dem ehemaligen Leiter des Rheinparks die Restaurierung des „Wassergarten“ von 1957 am Blumenhof, dem Staatenhaus gleich vis-à-vis. An der großflächigen, schon vor Jahren trocken gelegten Brunnenanlage muss die Technik instand gesetzt werden. Von den elf Wasserspielen oder Brunnenanlagen im Rheinpark seien drei nicht funktionsfähig, bedauert Böckmann, dessen Nachfolge als Leiter des Rheinparks inzwischen der Ingenieur Harald Schuster-Pieper angetreten hat.

Nachpflanzungen vornehmen, Beete ergänzen

Doch nicht allein der Zahn der Zeit macht der beliebten Deutzer Grünanlage zu schaffen. Vor allem die Skulpturen werden immer wieder Opfer von Vandalismus, so dass sie zum Teil schon aus dem Gelände entfernt wurden. Drei Bronze-Plastiken hat Böckmann derzeit eingelagert, nachdem sie über Nacht zerstört wurden: die „Kindergruppe“ von Kurt Lehmann, „Zwei Störche“ von Philipp Harth und die Frauenfigur „Der Sommer“ von Josef Jaekel. Auch an der Wiederherstellung dieser Kunstwerke möchte der Förderverein mitwirken.

Seitdem ein Wachdienst den Rheinpark im Blick hat, der bei Bedarf Ordnungsdienst und Polizei einschaltet, habe der Vandalismus nachgelassen, sagt Böckmann. Doch leider ist die Zerstörungswut vor allem Jugendlicher nicht das einzige Problem. Auch die Vermüllung, insbesondere an den Wochenenden, und das unerlaubte Grillen mit der Folge von Brandflecken und Brandgefahren tragen nicht zur Zier der Anlage bei.

Wer Mitglied im Förderverein werden möchte, kann sich unter Telefon 0152/545 48 671 melden. Die Mitgliedschaft kostet 20 Euro im Jahr; Spenden darüber hinaus sind willkommen. Der Internet-Auftritt befindet sich im Aufbau.