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Hohe Auflagen: Investor fürs Rote Haus ist abgesprungen

Rotes Haus am Alter Markt.

Rotes Haus am Alter Markt.

Foto:

Gauger

Köln -

Zu früh gefreut: Der Investor Peter Schmitz, der auf dem Grundstück des Roten Hauses am Alter Markt den schon länger ersehnten Neubau errichten sollte, ist in der vergangenen Woche abgesprungen. Er sei von der Stadt vorbildhaft mit notwendigen Informationen versorgt worden, sagt Schmitz. Er habe jedoch feststellen müssen, dass die Auflagen zur Bebauung des Grundstücks äußerst kompliziert seien, so dass ihm das persönliche finanzielle Risiko nach eingehender Prüfung und vertiefter Planung am Ende doch zu hoch erschienen sei, sagte der Unternehmer der Rundschau. Schmitz hatte nach einer öffentlichen Ausschreibung das höchste Angebot zum Kauf des Grundstücks neben dem Historischen Rathaus abgegeben. Nun verhandelt die Stadt nach Worten des Leiters der städtischen Gebäudewirtschaft, Engelbert Rummel, mit dem Bieter der zweithöchsten Summe.

Fünf konkrete Kaufangebote hatte die Stadt nach ihrer Ausschreibung erhalten. Das Höchstgebot soll dem Vernehmen nach fast doppelt so hoch wie das festgesetzte Mindestgebot von 490 000 Euro gelegen haben, das zweithöchste Angebot nun allerdings auch nicht weit darunter liegen. Rummel machte dazu keine Angaben, wies aber darauf hin, dass sich der jetzt angesprochene Bieter ebenfalls Bedenkzeit erbeten und erhalten habe.

Die hohen Gebote hatten bei Bekanntgabe des Verkaufs im Frühjahr aufgrund der bekannten Auflagen für Überraschung gesorgt. Der potenzielle Käufer muss das Rote Haus wieder aufbauen, das die Kölner Verkehrs-Betriebe im Zuge des Stadtbahnbaus 2005 niedergelegt hatten. Inzwischen sind auf dem Areal Auf- und Abgänge zur neuen Haltestelle „Rathaus“ gebaut, einschließlich Treppenhaus, Aufzuganlage und sicherheitstechnischer Einrichtungen, die in den Neubau integriert werden müssen. Es gebe klare Vorgaben, die sich aus den Betriebseinrichtungen der Kölner Verkehrsbetriebe ergeben, sagt Rummel.

Über das Grundstück hatte es vor dem Verkauf politisch Streit gegeben. Zunächst hatte die Kommune das Haus selbst wiederaufbauen wollen, sich dann aber auf Drängen vor allem der SPD angesichts des Sparzwangs und Kosten in Millionenhöhe dafür entschieden, diese Aufgabe einem Privatinvestor zu übertragen.