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Hubschrauberstation am Kalkberg in Köln: „Was kostet das alles?“

Erde aufgeschüttet wurde auf dem Kalkberg, aber nicht im Richtigen Schüttwinkel – eines von mehreren Problemen. (Foto: Meisenberg)

Erde aufgeschüttet wurde auf dem Kalkberg, aber nicht im Richtigen Schüttwinkel – eines von mehreren Problemen. (Foto: Meisenberg)

Köln -

Die 50 000 Tonnen Erdreich müssen runter von der Halde. Schnellstmöglich. Die Aufträge gehen raus. Das ist im Kern die Ansage der Kölner Feuerwehr und der Stadtverwaltung zu dem Dilemma auf dem Kalkberg, wo sich die im Bau befindliche Hubschrauberrettungsstation unaufhörlich setzt. Doch ob das wirklich alles so schnell gehen wird, scheint einen Tag nach dieser Ankündigung fraglich. Aus den Ratsfraktionen ist nämlich ein deutliches „Stopp“ zu vernehmen. Die Politiker fühlen sich übergangen. Und einige wollen durchaus nochmals die Standortdebatte führen.

„Stopp“ sagt ganz deutlich Bernd Petelkau, Partei- und Fraktionsvorsitzender der CDU. „Wir brauchen jetzt keinen Aktionismus“, kommentiert er die Ankündigung, dass noch bis Ende kommender Woche, der Auftrag fürs Abbaggern der Kuppe vergeben werden soll. „Wir brauchen jetzt vor allem eine sehr sorgfältige Prüfung, wie es weiter gehen soll, bevor wir schon einen sechs- bis siebenstelligen Betrag in den Abtrag stecken“, sagt der Christdemokrat. „Ist die Station an diesem Ort überhaupt noch zu retten – und wenn ja, zu welchem Preis?“ Es könne ja durchaus auch eine Option sein, den Hangar abzureißen, sagt Petelkau.

Die entscheidende Frage: Was kostet das alles?

Übergangen fühlt sich auch Kirsten Jahn, Fraktionsvorsitzende der Grünen: „Ich glaube nicht, dass eine solche Entscheidung das laufende Geschäft der Verwaltung ist.“ Irritiert ist sie vor allem über die Aussage der Verwaltung, dass zu den Kosten der Sicherungsarbeiten noch nichts gesagt werden kann. „Aber genau das ist doch die alles entscheidende Frage: Was kostet das alles?“ Und dieser Frage will sie in der kommenden Woche unter anderem im Gesundheitsausschuss nachgehen. „So viel Zeit wird doch wohl noch sein.“

„Was die Baustelle betrifft, können wir jetzt nur noch nach vorne gucken“, ist die Parole von Ralph Sterck, Fraktionsvorsitzender der FDP. An der Station auf dem Kalkberg will er festhalten. Was die Kosten betrifft, will er aber einen scharfen Blick nach hinten werfen, auf der Suche nach Regresspflichtigen. „Warum wurden die ersten Gutachten, die die Halde nur bis zu einer Tiefe von acht Metern untersucht haben, nicht genauer analysiert?“

Auch Michael Petzold, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD, will die Rettungshubschrauberstation auf dem Kalkberg nicht grundlegend in Frage stellen. Die Sofortmaßnahmen stehen für ihn außer Frage. Aber: „Wir müssen mal schauen, wer da jetzt mit seiner Haftpflichtversicherungen sprechen muss.“

Die Forderung der Bürgerinitiative Kalkberg: „Die Baustelle auf dem Kalkberg muss stillgelegt werden“, sagt Boris Sieverts. Sollten dennoch die Bagger zum Abtragen der Kuppe anrücken, „so kündigen wir schon jetzt massiven Widerstand an“.


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