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Jüdisches Museum: Vom Rathaus ins Museum

Zwischen Wallraf-Richartz-Museum (1) und dem Jüdischen Museum (2) wird ein größerer Platz erhalten. Der Eingang des Jüdischen Museums ist dem Historischen Rathaus (4) zugekehrt; rechts der Spanische Bau des Rathauses (3). (Modell: Wandel Hoefer Lorch)

Zwischen Wallraf-Richartz-Museum (1) und dem Jüdischen Museum (2) wird ein größerer Platz erhalten. Der Eingang des Jüdischen Museums ist dem Historischen Rathaus (4) zugekehrt; rechts der Spanische Bau des Rathauses (3). (Modell: Wandel Hoefer Lorch)

Köln -

Die Einwände der Kritiker zeigen Wirkung: Nach Umplanungen des Jüdischen Museums durch die 1. Preisträger, die Architekten Wandel Hoefer Lorch, soll das Museum seinen Eingang nun nicht mehr am Alter Markt haben, sondern auf Höhe des Rathausplatzes.

In der gestrigen Sitzung des Unterausschusses Kulturbauten erläuterte Professor Wolfgang Lorch den neuen Entwurf. Trotz der Veränderungen sei der eingereichte Bauantrag nach wie vor gültig. Es gebe nach der neuen Planung eine „klare Eingrenzung der Grabungen“.

Danach rückt das Gebäude nicht so nah wie ursprünglich geplant an das benachbarte Wallraf-Richartz-Museum. Es bleibt vielmehr Raum für einen Platz, große Glasfenster sollen von dieser südlichen Seite Einblicke in das neue Haus geben. Der Eingang soll nach den Umplanungen der Architekten an der dem Rathaus zugewandten nördlichen Seite liegen. Man habe die Eingangssituation und den Rundgang durch die Archäologische Zone optimiert, betonte Lorch, das Haus brauche den Eingang oben, den direkten Zugang, wo er auch ursprünglich einmal vorgesehen war.

Der Platz werde durch die Umplanung nicht reduziert, nach wie vor ständen brutto fast 1500 Quadratmeter im Obergeschoss. Dort werden unter anderem das Foyer und die Garderobe sein. Besonders eindrucksvoll wird der fast 23 Meter hohe Raum sein, in dem die Mikwe zu sehen ist. Den gesamten Raum des Projektes hat Lorch mit fast 6400 Quadratmetern angegeben. Die Technik wird in ein Zwischengeschoss unter dem Dach eingebaut.

Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach versicherte auf Nachfrage, dass die vorgestellte „Optimierungsgrundlage“ mit dem Landschaftsverband Rheinland abgesprochen seien, der Betreiber des Hauses sein wird.

Erhebliche Kritik von CDU und den Freien Wählern mussten die Verwaltung und der Projektsteuerer einstecken. Beide wollten wissen, ob angesichts der von zwei auf sieben Millionen Euro gestiegenen Grabungskosten, eine Kostensteigerung insgesamt verzeichnet würde. Die Baukosten nämlich sind weiter im Dunkeln. Die Vertreterin des Projektsteuerers argumentiert, man habe erst vor zwei Wochen 17 Ordner mit 4000 Belegen bekommen und müsse diese nun zuordnen. Laugwitz-Aulbach sagte, man werde Zahlen nur im Gesamtpaket nennen, nur so gehe man verantwortlich mit den Zahlen um.

„Wir sprechen seit drei Jahren darüber, welche Kosten entstehen – wir bekommen keine Angaben der Verwaltung“, wetterte Karl Jürgen Klipper, finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Andreas Henseler von den Freien Wählern kritisierte: „Ich glaube das, was uns hier vorgestellt worden ist, ist reine Nebelwerferei.“