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Kalkberg in Köln: Dem Hubschrauber-Landeplatz sackt der Boden weg

Die neue Rettungshubschrauber-Betriebsstation Kalkberg mit Landeplatz.

Die neue Rettungshubschrauber-Betriebsstation Kalkberg mit Landeplatz.

Foto:

Hanano

Köln -

Im Vergleich zu U-Bahn-Bau und Bühnen-Sanierung zählt die Errichtung der Hubschrauber-Betriebsstation auf dem Kalkberg gewiss nicht zu den hochambitionierten Groß-Projekten in Köln. Doch selbst dieses Bauvorhaben sorgt für Ärger und Probleme ohne absehbares Ende. Nachdem schon die Kosten von 10,9 auf 13,3 Millionen Euro gestiegen sind, steht jetzt die Stabilität der Landestation in Frage: Das Betonfundament mit dem fast fertiggestellten Hangar-Gebäude hat sich gesenkt – aktuell um zwölf Zentimeter.

Ende April hatten Bauarbeiter zunächst an einer Wand der Hubschrauber-Halle lange Setzrisse entdeckt. Daraufhin durchgeführte Messungen von Bodenpunkten und Hangar-Gebäude ergaben, dass in diesem Bereich der Betonboden abgesackt ist. Das Betonfundament für die Betriebsstation wurde auf einem mit Schotter verfüllten und neu modellierten Teil des Kalkbergs gelegt.

Gibt es Fehler bei der Planung oder bei der Ausführung? Das sind derzeit die großen Fragen. Bauherr der Station ist die Feuerwehr, die Projektleitung liegt in Händen der Gebäudewirtschaft, einer städtischen Tochtergesellschaft. Sie ist verantwortlich für die Ausführung der Arbeiten. Zuständige der Gebäudewirtschaft wollten sich zu den Vorgängen allerdings nicht äußeren und verwiesen auf die Feuerwehr als Bauherr. Die Feuerwehr hat inzwischen einen Sachverständigen und einen Rechtsanwalt zur Prüfung möglicher Schadenersatzforderungen eingeschaltet. Sofortmaßnahmen seien laut Gutachter nicht notwendig, erklärte der Leiter des Rettungsdienstes der Feuerwehr, Professor Alex Lechleuthner, gestern.

Erste Bodenuntersuchungen ergaben auch keine weiteren Absenkungen. Doch solange das Gutachten des externen Ingenieur-Büros nicht vorliegt, bleibt unklar, wie es weitergeht und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Standfestigkeit der Station sicherzustellen. Wann der Hubschrauber-Landeplatz in Betrieb gehen kann, was eigentlich schon für den 1. Juli vorgesehen war, sei völlig ungewiss, so Feuerwehr-Sprecher Jörg Seemann.

Derzeit führt Lechleuthner Gespräche mit dem Flughafen Köln-Bonn, wo die Rettungs-Hubschrauber „Christoph Rheinland“ und „Christoph 3“ seit 2008 stationiert sind. Geprüft werden muss, wie lange die Flieger dort noch bleiben können.

Unterdessen kritisierte Andreas Henseler von den „Freien Wählern Köln“ erneut die Rats-Entscheidung von 2005 zum Bau der Station auf dem Kalkberg in Buchforst. Fachleute und Bürgerinitiativen hätten von vornherein vor der Errichtung einer Hubschrauberstation auf der „instabilen und cyanitbelasteten Kalkberg-Deponie gewarnt“. Trotzdem habe die Stadt das Gelände gekauft „und sämtliches Altlastenrisiko übernommen, ohne zu wissen, ob die Stabilität der Deponie überhaupt einen tonnenschweren Gebäudekomplex tragen kann“. Wie die Verwaltung auf eine Anfrage von September 2013 berichtete, sei die Altlastensituation bei der Planung der Hubschrauber-Landestation berücksichtigt worden.


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