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Kandidaten nominiert: Grüne wollen in Köln 100 000 Stimmen holen

Köln -

Die Kölner Grünen haben sich am Wochenende bei einer Mitgliederversammlung im Bürgerzentrum Ehrenfeld für den Bundestagswahlkampf in Stellung gebracht. Ihr erklärtes Ziel ist es, 100 000 Stimmen zu erlangen. „Bei gleichbleibender Wahlbeteiligung entspricht das ungefähr 17,2 Prozent“, erklärte Volker Beck, der sich als langjähriger Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Geschäftsführer zur Wiederwahl stellt. Katharina Droege, Vorsitzende der Grünen in Köln, sprach von „einer Schallmauer“, die die Grünen als „dritte Kraft im Land“ durchbrechen könnten.

Nachdem der Bundesparteitag das Wahlprogramm im April beschlossen hatte, stimmten die Kölner Grünen am Wochenende über die zentralen Punkte ab. „Insgesamt stehen 58 Punkte zur Wahl, die bei einer Regierungsbeteiligung zuerst realisiert werden“, kündigte Anne Lütkes, Regierungspräsidentin in Düsseldorf, an. Die Ergebnisse der Abstimmung werden am Mittwoch bekanntgegeben.

Katharina Droege wird als Kandidatin die Nachfolge von Kerstin Müller antreten, die für die Bundestagswahl nicht mehr zur Verfügung steht und am Samstag verabschiedet wurde. Droege hat gute Chancen, über die Liste in den Bundestag einzuziehen. Sie engagiere sich für „eine gerechtere Einkommens- und Vermögensbesteuerung, die soziale Ungleichheiten korrigiert und das öffentliche Bildungssystem mit den dringend notwendigen Mitteln ausstattet“.

Volker Beck zeigte sich kämpferisch: „Wir machen Wahlkampf, um zu gewinnen.“ Auf den Sieg der SPD baue er nicht, vielmehr sei er fest von dem Erfolg der Grünen überzeugt. „Wir denken jetzt noch nicht über Koalitionspartner nach, aber mit der SPD als Partner lassen sich sicherlich die meisten Ziele der Grünen realisieren.“ Neben Beck und Droege stellen sich Rainer Blum für den Wahlkreis Köln-Mülheim und Leverkusen sowie Berivan Aymaz für den Wahlkreis Köln-Innenstadt/-Porz zur Wahl.

Aymaz kündigte einen Antrag der Kölner Grünen zur Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Nagelbombenanschlags auf der Keupstraße an. „Neun Jahre nach dem Bombenanschlag des NSU wird es endlich Zeit“, sagte sie. Gerade wegen der falschen Verdächtigungen der Polizei müsse das Mahnmal einen exponierten Platz erhalten. Über einen Antrag für den Erhalt der Kolbhalle in Ehrenfeld stimmten die Mitglieder am Wochenende ebenfalls ab. (skr)