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Karnevalssamstag 2016: Geisterzug zieht römisches Rheinufer entlang

Beim Geisterzug 2015

Beim Geisterzug 2015

Foto:

Belibasakis

Köln -

Die Geister sind Karnevalssamstag wieder los – und folgen in diesem Jahr immer dem römischen Rheinufer. Wie schon in den Vorjahren ist der Geisterzug 2016 Teil einer Serie von Festen zu Ehren der Stadtgründerin: „Däm Agrippina un dr römischen Flott de Ihre: Dä Rhing erop“ lautet das aktuelle Motto. Der Zugweg führt vom Thürmchenswall, Niederichstraße über den Alter Markt, Heumarkt, Malzmühle, Sionstal und Severinswall bis zum Chlodwigplatz.

Die Aufstellung ist um 18 Uhr, Abmarsch 19 Uhr. Erwartet werden rund 2000 Teilnehmer. Die Veranstalter freuen sich, wenn neben „normalen“ Gespenstern, Vampiren und anderen gruseligen Gestalten auch römische Geister mitgehen, die als jecke Gladiatoren oder mit der Toga durch die nächtliche Stadt ziehen. „Wir möchten, dass ihr 2000. Geburtstag würdig und groß gefeiert wird“, heißt es auf der Homepage.

„Der Geisterzug ist nicht nur karnevalistisch, sondern auch politisch“, sagt Ähzebär Erich Hermans und unterstreicht: Die Emanzipation sei ein Hauptthema. Agrippina stehe für dieses Thema, „sie war in einer sehr patriarchalischen Gesellschaft die einzige Kaiserin!“ Und sie beherrschte das gesamte Römische Reich. „Wir möchten mit dem Geisterzug und dem Thema alle Menschen ansprechen, die aus diesem gesamten Gebiet nach Köln gekommen sind.“ Nach den Übergriffen an Silvester habe man überlegt, „ob wir speziell dazu thematisch etwas machen sollten, aber Emanzipation ist doch der weitergehende Begriff“. Wer politisch etwas dazu machen möchte, „kann sich gerne etwas ausdenken“.

Er wünscht sich weitere ehrenamtliche Ordner und Musikgruppen für Karnevalssamstag. Darüber hinaus hoffen Ähzebär & Co. auf die Unterstützung ihrer Pläne zur Feier des 2000. Geburtstags der Stadtgründerin am 6. November. „Wir würden gern ein Stadtfest veranstalten, wer mitmachen möchte, kann sich melden.“ Agrippina sei nicht 15, sondern 16 nach Christus geboren, unterstreichen die Geisterzug-Organisatoren. Sie verweisen auf Maike Vogt-Lüerssen und deren Recherchen auch bei englischsprachigen Historikern.

2017 könnte Köln sogar eine zweite 2000-Jahr-Feier begehen: Agrippinas Vater sei nach dem Abbruch der Germanicus-Feldzüge 15/16 n. Chr. nach Syrien strafversetzt worden. Sein Nachfolger verlegte das Flottenlager der römischen Armee im Jahr 17 n.Chr. von Xanten auf die Alteburg (Bayenthalgürtel). „Wir wollen nicht, dass Köln diese Festivitäten verschläft!“