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Kino-Reißer: Blick zurück auf das wilde Köln der 60er

Ab heute erhältlich:
die neue DVD „Heißes Pflaster Köln“.

Ab heute erhältlich:

die neue DVD „Heißes Pflaster Köln“.

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kölnprogramm

Köln -

Ein heißes Pflaster im doppelten Wortsinn war Köln in den 60er Jahren. Die Metropole galt nicht nur als Hochburg des Verbrechens, als Stadt der Ganoven, Gangster und Zuhälter, kurz als das „Chicago am Rhein“. Köln war auch bekannt als die Stadt der Dirnen, des ausschweifenden Nachtlebens und illegalen Glücksspiels. In diesem Milieu ist der Spielfilm „Heißes Pflaster Köln“ von 1967 angesiedelt, der ab heute zum ersten Mal auf DVD erscheint.

Als der für die damalige Zeit reißerisch gemachte Streifen in die Kinos kam, sorgte er für einige Aufruhr in der Stadt. „Unser Köln wie es prügelt und mordet“ titelte die Kölnische Rundschau, und in der Stadtspitze sorgte man sich, dass nun die Touristen ausbleiben würden aus Angst vor Gewalt. Die Kino-Werbung versprach den Zuschauern damals „das Porträt einer Stadt, wie sie keiner kennt“, einen „Tatsachenbericht, spannender als jeder Krimi“.

Der Inhalt der frei erfundenen Story, die zu einem großen Teil an Originalschauplätzen in Köln gedreht wurde: Eine berüchtigte Clique Kölner Zuhälter bekommt Konkurrenz aus Wien. Die Österreicher werben den Kölnern ihre Liebesdamen ab und vermiesen ihnen das Geschäft. Die Lage eskaliert, im Hinterhof einer Kneipe wird einer der Wiener zu Tode geprügelt. Der Rädelsführer wird festgenommen, ein aufrechter Staatsanwalt will ihn wegen Mordes für 15 Jahre ins Zuchthaus bringen. Daraufhin beginnt der Bruder des Inhaftierten einen Privatkrieg gegen den Staatsanwalt und die Zuhälter aus Wien. . .

Erstmals auf DVD

Im Kino war der Reißer seinerzeit ein Erfolg. Im Fernsehen sei er aber noch nie zu sehen gewesen, versichert der Kölner Filmemacher Hermann Rheindorf, der „Heißes Pflaster Köln“ nun erstmals auf DVD herausbringt – ergänzt um Bonus-Material wie den Original-Kinotrailer von 1967, Standfotos, Filmplakate, alte Anzeigen und Pressetexte.

Der Film zeichnet nicht nur ein interessantes Sittenbild der Zeit mit großspurigen Ganoven, schlagfertigen Prostituierten, rabiaten Teenagern und spießbürgerlicher Doppelmoral. Er bietet auch viel kölsches Lokalkolorit und ungewohnte Blicke auf die Stadt in den 60ern – als in der City an jeder Ecke Bauzäune standen und eine Cola in der Disco eine Mark kostete. Zum Unterhaltungswert des Streifens trägt bei, dass bekannte Schauspieler wie Arthur Brauss, Klaus Löwitsch und Rainer Basedow in jungen Jahren zu sehen sind. Die Kameraarbeit von Hans Jura ist innovativ und verleiht dem im Kolportage-Stil gedrehten Werk von Ernst Hofbauer einen Hauch von Nouvelle Vague. Sehenswert!

Die DVD kostet 14,80 Euro und ist erhältlich in der Geschäftsstelle der Zeitungsgruppe Köln, Breite Straße 72, sowie im Rundschau-Shop.