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Knollendorfer Akropolis: Kabarettistische Hochform bei der Puppensitzung des Hänneschen

Die Akropolis ist im Hänneschen nach Knolldendorf verlegt worden, der Kardinal ist ebenso dabei wie Geißbock Hennes, über dessen Haupt ein Heiligenschein blinkt. (Foto: Belibasakis)

Die Akropolis ist im Hänneschen nach Knolldendorf verlegt worden, der Kardinal ist ebenso dabei wie Geißbock Hennes, über dessen Haupt ein Heiligenschein blinkt. (Foto: Belibasakis)

Köln -

„Fastelovakis“ heißt die diesjährige Puppensitzung im Hänneschen-Theater, die vielleicht so kabarettistisch und aktuell ist, wie noch nie. Griechenland, Fifa, Flüchtlingskrise und andere Themen, die die Gesellschaft in Atem halten, bilden durch das Brennglas von Köln den roten Faden der Inszenierung von Intendantin Frauke Kemmerling.

Die Rahmenhandlung: Schäl sitzt im Knast, ausgerechnet kurz vor der Karnevalssitzung, die er leiten soll. Zufällig wird sein Knastbruder und Schwager, der Heukeshovens Schäng (Udo Müller) gerade entlassen und übernimmt für ihn die Leitung der Sitzung gemeinsam mit Literat Speimanes (Charly Kemmerling).

Von griechischen Göttern und Helmut Schmidt

Die beiden laufen zur Höchstform auf mit ihren kabarettistischen Einlagen. Die Roten Funken tauchen ebenso auf, wie griechische Götter, die Colombinen, Helmut Schmidt, Kardinal Woelki und Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Vieles ist neu bei der traditionellen Puppensitzung: zum Beispiel die Büttenredner Schnäuzerkowski (Georg Lenzen) und „Jupp die Plaat“ (Stefans Mertens, Jupp Schönberg). Auch eine noch größere musikalische Bandbreite gibt es unter der Leitung von Jura Wajda: von kölschen Krätzchen und Nostalgie-Medley über Pop-Klassiker, Rock, Soul und Jazz bis hin zu Franz Schubert.

Und nicht zuletzt ein beeindruckendes Bühnenbild mit Historischem Rathaus und Akropolis von Werkstattleiter Ralf Bungarten. Komisch wie eh und je ist der türkisch-kölsche Aslan (ebenfalls Udo Müller), die „Omili“ (Steffi Brands), die mit ihren Kommentaren den Nerv des Publikums trifft oder die frechen Pänz Röschen und Köbeschen.

Diese Puppensitzung soll nun, wie die Kölnische Rundschau bereits berichtete, nach 30 Jahren die letzte sein, die im WDR-Fernsehen übertragen wird (Sonntag, 7. Februar, 22.15 Uhr). Da das Stück komplett auf Kölsch ist, beschränke sich das zuschauende Publikum auf den Kölner Raum, so die Sendeanstalt. Dies habe zu geringen Einschaltquoten geführt. Sparmaßnahmen seien der Anlass zur Absetzung. Gegen diese Entscheidung haben Fans des Hänneschen eine Online-Petition gestartet.

www.haenneschen.de