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Kölner Dom: Fensterplatz für den Karneval

Gesäubert und restauriert: Das Adam-Fenster befindet sich seit dem Frühjahr wieder im Dom, nun wurde es eingeweiht. (Foto: Meisenberg)

Gesäubert und restauriert: Das Adam-Fenster befindet sich seit dem Frühjahr wieder im Dom, nun wurde es eingeweiht. (Foto: Meisenberg)

Köln -

Dompropst Dr. Norbert Feldhoff war gekommen, ebenso Delegationen aus dem Karneval und Vertreter der Kreissparkasse - gefehlt hat beim feierlichen Pontifikalamt im Kölner Dom am Freitagabend eigentlich nur die Sonne. Denn ein paar helle Strahlen hätten sehr geholfen, das Adam-Fenster, um das es bei dieser Feier ging, in voller Schönheit bewundern zu können. An einem Oktoberabend in Köln funktioniert das natürlich nicht mehr.

Bereits im Frühjahr war das restaurierte Fenster aus der Dombauhütte ins nördliche Querhaus des Doms zurückgekehrt. Nun gab der Dompropst seinen Segen für das im 19. Jahrhundert von Glaskünstler Michael Welter geschaffene Kunstwerk. „Das Dompkapitel ist sehr froh und dankbar“, sagte Feldhoff. Denn die mehr als 200 000 Euro für die Restaurierung hatten die KG Große Kölner, der Karnevalsverein Unger Uns, der Großen Senat des Kölner Karnevals und die Kreissparkasse gespendet. Zum Dank erhielten die Stifter einen eigenen Fensterplatz - ihre Namen und Wappen wurden auf Stifter-Emblemen im Glas verewigt. Mit bloßem Auge sind sie jedoch kaum zu erkennen, denn sie befinden sich in 37 Metern Höhe.

Eigentlich hätte Kardinal Joachim Meisner das Pontifikalamt zelebrieren sollen. Weil er aber am frühen Samstagmorgen zur Beerdigung des Dresdner Weihbischofs und Domdekans Georg Weinhold aufbrechen musste, hatte Feldhoff die Aufgabe übernommen.

Das Adam-Fenster zeigt die biblischen Figuren Adam, Abel, Henoch und Noah. Diese gehören zum „Welter-Zyklus“. Ursprünglich handelte es sich um 28 Fenster, von denen jedoch nur 13 den Krieg überstanden. Bei der Restaurierung wurde unter anderem brüchiges Blei ersetzt. Durch die Wiederherstellung habe eine weitere Lücke im historischen Bestand der Domfenster geschlossen werden können, betonte Feldhoff.