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Kölnmesse: „didacta“: Kofferweise Bildung gesammelt

Viel zum Entdecken und Ausprobieren gibt es auf der Bildungsmesse – für Fachpublikum, interessierte Eltern und Pänz. (Foto: Meisenberg)

Viel zum Entdecken und Ausprobieren gibt es auf der Bildungsmesse – für Fachpublikum, interessierte Eltern und Pänz. (Foto: Meisenberg)

Köln -

Ohne Koffer und Rucksäcke läuft für (angehende) Lehrer in diesen Tagen fast nichts in Köln. Referendarin Julia Westrich (23) und Lehramtsstudentin Tatjana Liebich (26) zum Beispiel ziehen schwer beladen durch Messehalle 7, mit Taschen voller „Bildungssachen“, Informationen über Verlage, Lehrmittel, Schulbroschüren. „Jede Form von Unterrichtsmaterial ist Gold wert, das wird einem hier auf dem Silberteller serviert“, freuen sich die Beiden – zwei von erwarteten rund 100 000 Besuchern der weltgrößten Bildungsmesse:

Die „didacta“ öffnete gestern in der Kölnmesse ihre Türen, bis 20. Februar pilgern Pädagogen, Experten und auch interessierte „Laien“ in die Hallen am Rhein. Der international besetzte Bildungsgipfel gastiert wieder in der Domstadt – die mit über 130 000 Schülern, Tendenz steigend, und zahlreichen Hochschulen eine der bundesweit größten Bildungsmetropolen ist.

Multikulturelle Schulen

Julia Westrich hält besonders Ausschau nach Handwerkszeug und Know-how rund um eine immer drängendere Frage: „Wie bringe ich Flüchtlingskindern Deutsch als Zweitsprache bei? Das hab ich bisher nicht gelernt“ , sagt die angehende Förderschul-Pädagogin. Ein gefragter Experte ist Professor Michael Becker-Mrotzek. Der Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln macht sich stark für den Ausbau der Angebote für zugewanderte Kinder und Jugendliche, Sprache sei ein Schlüssel zur Integration.

„Wir müssen dauerhafte Strukturen aufbauen“, benötigt würden mehr Lehrer, Aus- und Fortbildung, Sprachcoaches und multiprofessionelle Teams mit Psychologen und Sozialarbeitern. In Köln gibt es ein Unterstützungsangebot von der Uni und der Bezirksregierung für Lehrer, die in Vorbereitungsklassen an multikulturellen Schulen unterrichten.

Trend der Messe: Vegetarisches Essen

Auch Musik verbindet Kulturen. „Arsch huh“ für bessere Bildungschancen und Zivilcourage: Der Kölner Zusammenschluss gegen Rassismus und Ausgrenzung setzt sich seit Jahren für ein friedliches Miteinander ein, besucht Schulen, macht Aktionen. Der Didacta-Verband zeichnet „Arsch huh“ sowie Moderatorin Dunja Hayali heute als Bildungsbotschafter für ihr Engagement aus. Angekündigt haben sich unter anderem Vertreter der Bläck Fööss, von Brings und der Zeltinger Band.

„Das ist hier alles sehr interessant, aber auch anstrengend“, findet eine Gruppe Studenten beim Messerundgang und testet „apetito“, die auch Kölner Schulmensen mit Essen beliefern. Der Trend: Vegetarisches. „Lecker“, findet Hajo Steiner. Für den kleinen Hunger hat er im Koffer noch viele Pausensnacks gratis für seine Klasse gebunkert, „die mit dem Früchte-Wumms“.


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