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Kölnische Rundschau | Mediapark: Ein Park nicht nur für Medien
23. June 2013
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Mediapark: Ein Park nicht nur für Medien

Mediapark

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Gauger

Köln -

Wenn Medien etwas zu feiern haben, wie am Wochenende das NRW-Medienfest, laden sie gern in den Mediapark. Angesiedelt haben sie sich dort allerdings nicht gerade in Massen: Zum Medienpark hat sich der Mediapark nur bedingt entwickelt. Dafür aber zum attraktiven Bürostandort, lange Zeit der exklusivste, bevor ihm der Rheinauhafen den Rang ablief. Zur Zeit seiner Entstehung galt der Mediapark als Deutschlands größtes städtebauliches Projekt. Im Jahr 10 nach Fertigstellung ist er noch immer Vorbild für die großflächige Umnutzung eines früheren Industrieareals. Daran hat auch die städtebauliche Rahmenplanung Anteil, für die sich der Stadtrat vor einem Vierteljahrhundert entschied.

Als die Stadt in den 1980er Jahren durch Einbrüche in der Chemieindustrie und im Maschinenbau tausende Arbeitsplätze verliert, sieht sie im Hinblick auf die schon lange in Köln beheimatete Medienbranche die Chance einer neuen Adressbildung. Mit dem Konzept zur Weiterentwicklung des Medienstandorts beschließt der Stadtrat im Dezember 1985 die örtliche Bündelung der Medienunternehmen in der Innenstadt. Lokaler Kristallisationspunkt soll das etwa 20 Hektar große Gelände des stillgelegten Gereonsbahnhofs werden, das die Stadt von der Deutschen Bundesbahn erwerben kann.

Mit dem Ziel, auf dem Areal einen Wohn- und Gewerbepark zu errichten, wird 1987 einer der größten städtebaulichen Wettbewerbe der Kölner Nachkriegsgeschichte international ausgeschrieben: Aus über hundert eingereichten Entwürfen fällt die Entscheidung 1988 auf den kanadischen Architekten Eberhard Zeidler. Nach dem Vorbild des Rathausplatzes von Siena schlägt Zeidler eine halbkreisförmige Bebauung rund um einen künstlichen, 20 000 Quadratmeter großen See mit einem Hochhaus als bauliche Dominante vor.

Im gleichen Jahr gründen die Stadt, das Land und ein privater Investor die MediaPark Köln Entwicklungsgesellschaft mbH (MPK), die das Gelände entwickelt und in 13 Grundstücke parzelliert vermarktet. Als erstes Bauwerk wird im Dezember 1991 der ebenfalls von Zeidler entworfene Cinedom fertiggestellt. Ein halbes Jahr später werden die ersten der insgesamt 250 Wohnungen in der „Wohnschlange“ bezogen.

Zug um Zug, teils mit längeren Unterbrechungen, nimmt das Ensemble von Gebäuden unterschiedlicher Baumeister Gestalt an. Das markanteste Bauwerk, der 148 Meter hohe Kölnturm nach einem Entwurf des französischen Stararchitekten Jean Nouvel wird im Herbst 2001 eröffnet. Von Herman Hertzberger aus den Niederlanden stammen die Pläne zum „Forum“, mit dem der Park 2003 vollendet wird.

Zehn Jahre später müssen nun bereits die ersten Gebäude saniert werden. Bautätigkeit herrscht allerdings auch auf dem Gelände vis-á-vis dem Cinedom, auf dem ein neues Hotel entsteht. In seinem städtebaulichen Masterplan schlägt der Architekt und Stadtplaner Albert Speer vor, hinter den Häusern im Nordwesten des Parks fächerförmig eine zweite Gebäudereihe zu errichten, ein „räumliches Rückgrat“, das den Park urbaner und lebendiger machen soll. Bislang gibt es für dieses Vorhaben allerdings keine politische Initiative.