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Messe-City in Köln Deutz: Kölner Casino soll doch in die Nähe der Messe

Büros, Kino, Hotels: Die Messe-City ist für verschiedene Nutzungen im Gespräch – nun auch für das Casino.

Büros, Kino, Hotels: Die Messe-City ist für verschiedene Nutzungen im Gespräch – nun auch für das Casino.

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HH-Vision/MesseCity Köln

Köln -

Das Thema Spielbank Köln hat sich in den vergangenen Jahren zu einer zähen Angelegenheit entwickelt. Seit Ende des Jahres 2012 ist die Westdeutsche Spielbanken GmbH, kurz Westspiel, im Besitz einer Lizenz, in Köln eine Spielbank eröffnen zu dürfen, doch bislang steht noch nicht mal der Standort fest. Diverse Grundstücke wurden in der Vergangenheit geprüft, aber immer wieder verworfen.

In dieser Woche hat das Votum der Zurich-Versicherung, in der neuen Messe-City in Deutz 2700 Mitarbeiter aus Bonn und Köln zusammenzuziehen, dem Ansinnen, dort das Casino anzusiedeln offenbar einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Spielbank wird sich dort nicht ansiedeln, bestätigte zumindest Karl-Heinz Merfeld vom städtischen Amt für Wirtschaftsförderung der Rundschau.

„Deutz bleibt aber ein sehr geeigneter Standort für ein Spielcasino“, sagt Merfeld und hebt die Nähe zu hochwertigen Hotels, zum Bahnhof und die Anbindung an die Autobahn hervor.

Ähnlich äußert sich der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen, Jörg Frank: „Die Messenähe bleibt sinnvoll für ein Spielcasino.“ Erst vor drei Wochen hat es Gespräche zwischen Vertretern der Stadt und Westspiel gegeben, bei denen diverse Grundstücke diskutiert wurden. „Auch für die Messe wäre ein Spielcasino in der unmittelbaren Umgebung von Interesse“, betont Merfeld, schließlich böte eine solche Zerstreuung auch für internationale Messebesucher.

Für die Stadt von größtem Interesse

Für die Stadt jedenfalls sei es von größtem Interesse, wenn sich Westspiel für einen Standort entscheide, schließlich stehen Einnahmen für die Stadt von bis zu fünf Millionen Euro jährlich im Raum. „An uns liegt es nicht“, sagt Merfeld, „wir stehen in den Startlöchern und sind kurzfristig in der Lage, die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.“

Auch SPD-Fraktionschef Martin Börschel, der sich als Landtagsabgeordneter dafür eingesetzt hat, dass Köln ein Spielcasino bekommt, wünscht sich, ein nahes Ende der Entscheidungsfindung dieses „strukturpolitisch wichtigen Projektes.“

Das Unternehmen Westspiel, deren Eigentümer die landeseigene NRW-Bank ist, beantwortete bis Redaktionsschluss eine Anfrage der Rundschau nicht. Auch die Makler-Firma Savills, die seit Ende Juni den Kölner Immobilienmarkt im Auftrag des Spielbank-Betreibers sondiert, gab gestern keinen Kommentar zum Stand der Suche ab.

Deutz wäre idealer Standort

Savills soll eine Mietfläche ab 5000 Quadratmeter Größe aufspüren, „die über exzellente Anbindung an den ÖPNV sowie an nah gelegene Parkhäuser“ verfügt. Alles Bedingungen, die auf den Standort Deutz zutreffen würden.

Die Westspiel-Gruppe, die Casinos in Aachen, Duisburg, Bad Oeynhausen, Dortmund, Bremen und Bremerhaven betreibt, ist seit Jahren defizitär, was an sinkenden Umsätzen und den Abgaben an Land und Kommunen liegt.

Ende 2014 machte Westspiel mit der Versteigerung von zwei Warhol-Bilder Schlagzeilen. Das Land NRW hat darüber rund 100 Millionen Euro eingenommen und rund 80 Millionen Euro an die Casinos weitergereicht. Geld für den Bau einer Spielbank in Köln wäre also vorhanden.