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Pink-Floyd-Legende: Veranstalter und Stadt streiten über Aus für Gilmour-Auftritt

Der britische Musiker David Gilmour bei einem Auftritt in Santiago de Chile Ende 2015.

Der britische Musiker David Gilmour bei einem Auftritt in Santiago de Chile Ende 2015.

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dpa

„Die Stadt macht sich lächerlich“, sagt einer der größten Konzertveranstalter Kölns. Dirk Becker hatte im vergangenen Jahr einen Antrag gestellt, ein Konzert von Pink-Floyd-Legende David Gilmour auf dem Roncalliplatz zu veranstalten. Im September stimmte dann der Verwaltungsausschuss des Rates dafür. Jetzt wurde bekannt, dass das Konzert am 7. Juli trotzdem nicht stattfinden wird (wir berichteten). „Ich habe eine schriftliche Genehmigung erwartet. Die habe ich nie bekommen“, so Becker. Ohne ein Schriftstück könne er jedoch keine Verträge mit Künstlern abschließen.

Bei der Stadt sieht man das anders. „Nach der Entscheidung im Ausschuss gab es keine Reaktion von Dirk Becker mehr“, sagt Günter Wieneke, Leiter der Stabsstelle für Events. Dabei sei die Entscheidung groß durch die lokale Presse gegangen. Sein späteres, telefonisches Angebot, Becker etwas schriftlich zu schicken, habe dieser abgelehnt mit der Aussage, es habe sich erledigt. „Ich bin schlicht und einfach vergessen worden“, sagt dagegen Dirk Becker. Und etwas, das man vergesse, sei nun auch mal nicht so wichtig. „Darum betteln wollte ich bei der Stadt sicher nicht.“

Auszuschließen ist nicht, dass es auch an anderen Stellen gehakt hat. Dass der Roncalliplatz schwer zu bespielen ist, wissen sowohl Stadt als auch der Chef von Dirk Becker Entertainment. „Nur 8000 Besucher haben dort Platz“, erklärt Wieneke, das sei wenig lukrativ. „Da schnellen die Kartenpreise nach oben.“ Wie zum Beispiel beim Konzert von Lang Lang 2007, wo Karten bis zu 300 Euro kosteten.

„Der Roncalliplatz ist ein Juwel“, sagt Dirk Becker. „Wir wissen um die Problematik dieses Platzes.“ Dennoch habe man bei einem besonderen Künstler wie David Gilmour das Risiko eingehen wollen. Für Konzerte in der Zukunft wolle Becker den Platz am Dom für sich aber nicht ausschließen – in diesem Jahr wird das größte Konzert in Köln für den Veranstalter aber der Auftritt von Rihanna im Rheinenergiestadion bleiben. David Gilmour spielt stattdessen in Wiesbaden und Stuttgart.


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