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Rechtsextreme und „Köln gegen Rechts“ : Rassismus und Sexismus abgelehnt

Polizeibeamte hielten Gegendemonstranten zurück, damit rechtsextreme Redner zum Standort gelangten.

Polizeibeamte hielten Gegendemonstranten zurück, damit rechtsextreme Redner zum Standort gelangten.

Foto:

Reinnarth

Köln -

Rund 120 linke Demonstranten brüllten am Nachmittag auf dem Bahnhofsvorplatz in zehnmal stärkerer Besetzung die „Aufklärungsreden“ von rechten Rednern nieder. Drei Teilnehmer hatte die vom Verfassungsschutz NRW als rechtsextrem eingestufte Gruppierung Pro NRW für eine zweistündige Veranstaltung angemeldet, wie ein Polizeisprecher sagte. Letztlich versammelten sich aber innerhalb einer Wagenburg aus Einsatzfahrzeugen und unter dem dunkelblauen Marketingzelt der Gruppe ein Dutzend Unterstützer. Als ihr Sprecher Christopher von Mengersen aus Bonn anhob, die Menschen in Köln per Mikrofon „aufzuklären“, begannen Sprechchöre wie „Halt die Fresse“. Sonnenbrillenträger aus der ersten Reihe linker Transparentträger zeigten Stinkefinger.

Allerdings hatten „Köln gegen Rechts“ und ihre Unterstützer aus verschiedenen Gruppierungen auch Inhaltsschwereres zu bekunden. Schon eine Stunde vor dem Auftritt der Rechten griffen die Demonstranten um eine Anmelderin, die ihren Namen nicht nennen mochte, ein Megafon und stellten sich ausdrücklich gegen Rassismus und Sexismus auf. Ein Mitglied von „Köln stellt sich quer“, das sich ebenfalls scheut, nach den Vorfällen in der Silvesternacht seinen Namen zu nennen, weil er Familie habe, bekundet Entschlossenheit, „auch wenn heute nicht so viele kommen.“ Der große Tag folge am Samstag. Dann werde man um 13 Uhr bereit sein, wenn sich Rechte hier in wohl deutlich größerer Zahl versammeln. Pegida hat 1000 Teilnehmer für einen Umzug um den Eigelstein angemeldet.