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Kölnische Rundschau | Sanierung hat begonnen: Zur Eröffnung der Bühnen soll auch der Offenbachplatz erstrahlen
03. July 2015
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Sanierung hat begonnen: Zur Eröffnung der Bühnen soll auch der Offenbachplatz erstrahlen

Rote und graue Platten werden die ursprünglichen geometrischen Formen nachbilden. Der Brunnen soll wieder eine hohe Wasserfontäne ausstoßen können.
(Visualisierung: WES GmbH LandschaftsArchitekten)

Rote und graue Platten werden die ursprünglichen geometrischen Formen nachbilden. Der Brunnen soll wieder eine hohe Wasserfontäne ausstoßen können.

(Visualisierung: WES GmbH LandschaftsArchitekten)

Köln -

Wenn diese Mosaik-Steine Geschichten erzählen könnten. Dann könnte eine davon handeln wie Operndiva Maria Callas einst über ihnen badete. Möglicherweise war auch Aristoteles Onassis mit dabei. Oder sie könnten erzählen wie sie auf einem Berliner Betriebsgelände ein trostloses Dasein fristeten. Derzeit kommt ein weiteres Erlebnis hinzu. Sie erfahren gemeinsam mit dem Brunnen am Offenbachplatz eine umfassende Restaurierung.

Alles soll in neuem Glanz erstrahlen, wenn am 7. November das sanierte Opernhaus eröffnet wird – natürlich auch das Umfeld des Riphahn-Ensembles. Vor zwei Tagen haben die Arbeiten am Platz vor der Oper offiziell begonnen. Vorher mussten die Container für die Baustellen-Koordination auf die Glockengasse umziehen. „Es ist ein sehr enges Zeitfenster“, gesteht Klaus Harzendorf. Ziel sei es, die Plätze, die rund 2,67 Millionen Euro kosten dürfen, zur Eröffnung soweit wie möglich herzustellen, sagte der Leiter des Amts für Straßen und Verkehrstechnik am Donnerstag.

So kurz diese Phase ist, so lang hat es teilweise gedauert, um die Materialien zu fertigen. Weil viel Wert darauf gelegt wird, die Platzanlagen denkmalgerecht wiederherzustellen, mussten Bodenplatten eigens angefertigt werden. Vor allem der Waschbeton bereitete den Verantwortlichen Probleme. Rund anderthalb Jahre wurde experimentiert, um in der Körnung dem Original so nah wie möglich zu kommen. Später einmal sollen die Platten wieder genau die verschiedenfarbigen geometrischen Formen nachbilden, mit denen Jürgen Hans Grümmer in den Jahren 1966/1967 den Platz gestaltete.

Der Kölner Künstler war es auch, der mit dem Berliner Unternehmen Pohl und Wagner zusammenarbeitete. Auf dem Firmengelände dort sah er die Mosaiksteine, die nach einer Sanierung aus dem Swimmingpool der Luxus-Jacht „Christina“ ausgebaut worden waren. Die Yacht wiederum gehörte dem griechischen Reeder Aristoteles Onassis, der eine Liaison mit Operndiva Callas pflegte, die somit im Pool mit den Mosaiken geschwommen sein dürfte. Auf dem Firmengelände fand Grümmer zudem noch den „Apostelkopf“ aus den Ruinen der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die er ebenfalls in seinem Brunnen verbaute.

Der wird derzeit von Experten restauriert. Zudem werden zwölf neue Unterwasserstrahler und 24 Wasserdüsen installiert. In den rund 180 000 Euro Sanierungskosten ist auch die Erneuerung der Brunnentechnik enthalten, so dass eine Hochfontäne von fünf bis sieben Metern möglich wäre – so wie sie es im Ursprung einst gab.

Intensiv gearbeitet wird auch an dem kleinen Offenbachplatz, der von der darunterliegenden Kinderoper komplett schallentkoppelt wird, damit Platzgeräusche nicht den Operngenuss stören. Mit der Außengastronomie und sesselartigen Möbeln als stilistisch hochwertige Absperrungen sollen außerdem Störungen der Kinderoper vermieden werden. Später wird auf dem Platz auch wieder die Skulptur „Sappho“ von Emile Antoine Bourdelle stehen.