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Schanzenstraße: Nachmieter für Harald Schmidt gesucht

produzierte Harald Schmidt aus dem Studio 449 an der Schanzenstraße in Mülheim seine Sendung. (Foto: Meisenberg)

produzierte Harald Schmidt aus dem Studio 449 an der Schanzenstraße in Mülheim seine Sendung. (Foto: Meisenberg)

Köln -

Am Mittwoch herrschte an der Schanzenstraße mal wieder hektische Betriebsamkeit. Harald Schmidt bereitete sich mit seiner Redaktion auf die abendliche Sendung vor, die (noch) drei Mal pro Woche beim Bezahlsender Sky zu sehen ist. Damit ist am 13. März Schluss – die Late-Night-Ära von Harald Schmidt geht nach 20 Jahren und rund 2000 Sendungen dem Ende zu. Für das Studio 449 in Mülheim werden bereits Nachmieter gesucht.

„Die tägliche Harald-Schmidt-Show ist definitiv zu Ende“, sagte Fred Kogel, Produzent und Vertrauter des 56-Jährigen der „Zeit“. Damit steht eines der bekanntesten Gebäude in Kölns Medienviertel zur Neuvermietung an. Im Studio 449 hätten schon Besichtigungstermine von potenziellen Nachnutzern stattgefunden. Am 25. August 1998 wurde die erste „Harald-Schmidt-Show“ an der Schanzenstraße produziert, natürlich mit dem einprägsamen Rundflug über Köln im Vorspann. Der dreistöckige Backsteinbau beherbergt einen 6000 Quadratmeter großen Studio- und Bürokomplex. Zum Firmengrundstück gehören hundert kostenlose Zuschauerparkplätze – und ein Hubschrauber-Landeplatz vor dem Haupteingang. Insgesamt befinden sich vier Studios in dem Gebäude, dazu Schnittstellen und eine Schreinerei. In Mülheim wurden zeitweise auch Sendungen wie „Was guckst Du?“, „Menschen bei Maischberger“ und „Plasberg persönlich“ aufgezeichnet.

Außer „Late Night“ interessiere ihn kein anderes TV-Format, hatte Schmidt jüngst verlauten lassen. Mit seinem mutmaßlichen Abgang geht somit ein Stück deutscher, aber auch Kölner Fernsehgeschichte zu Ende. Mitte der 90er-Jahre hatte der damalige Chef-Zyniker des deutschen Fernsehens im ehemaligen Kino „Capitol“ am Ring seine größten Erfolge gefeiert. In Diensten von Sat.1 wurde Schmidt als „deutscher Letterman“ gefeiert und zelebrierte mit den chinesischen Restaurant-Fachkräften Li und Wang („Weisheiten des Konfuzius“) sehr spezielles Lokalkolorit. Mit dem Wechsel der Produktionsfirma – statt Brainpool drehte Schmidt nun mit der eigenen Firma Bonito.tv – folgte 1998 der Umzug nach Mülheim. Von hier aus verhalf Schmidt Mitarbeitern wie Manuel Andrack, Kathrin Bauerfeind oder Nathalie Licard zu größerer Bekanntheit. Mit Außenaufnahmen im Industrieambiente präsentierte er aber auch Mülheim und das Medienviertel in seiner ganzen Schönheit. Harald Schmidt oder seine Firma Bonito.tv waren gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.