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Kölnische Rundschau | Spielkasino am Ottoplatz: Kölner Spielkasino kommt nach Deutz
22. January 2016
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Spielkasino am Ottoplatz: Kölner Spielkasino kommt nach Deutz

Favorit für das Casino: Die Westspiel-Gruppe hat als Wunschstandort den Platz zwischen Triangle-Turm und Deutzer Bahnhof ausgewählt. (Fotos:
Belibasakis)

Favorit für das Casino: Die Westspiel-Gruppe hat als Wunschstandort den Platz zwischen Triangle-Turm und Deutzer Bahnhof ausgewählt. (Fotos:

Belibasakis)

Köln -

Kölns neues Spielcasino soll am Ottoplatz in Deutz gebaut werden. Bei einem Treffen von Vertretern der Westdeutsche Spielbanken GmbH (kurz: Westspiel), der NRW-Bank, Stadtentwicklungsdezernent Franz-Josef Höing und Wirtschaftsdezernentin Ute Berg sind den Spitzen der Politik gestern die Pläne zur Ansiedlung der fünften Spielbank in NRW vorgestellt worden.

Rückendeckung der Politik

Die staatlich betriebene Westspiel-Gruppe teilte mit, dass noch zwei Standorte zur Auswahl stünden: der Hohenzollernring (das Gebäude der Proximus Real Estate AG, in dem früher das Lichtspielhaus Capitol untergebracht war) und das Grundstück neben dem Kölntriangle-Turm am Deutzer Rheinufer. Proximus-Chef Michael Kunz zeigte sich gegenüber der Rundschau überrascht: „Die Pläne sind uns nicht bekannt.“ Bei dem Treffen mit der Politik wurde schnell klar, dass der rechtsrheinische Standort favorisiert wird. Bis März will Westspiel seinen Gremien das Konzept zur Abstimmung vorlegen. Gebraucht werden 3000 Quadratmeter Spielfläche. Geplant sei ein 25 Meter hohes, fünfgeschossiges Gebäude. Die Lage ist 1A, die Wertermittlung für das Grundstück läuft.

Architekturwettbewerb geplant

Höing betonte, es werde ein Architekturwettbewerb stattfinden, man erwarte dort eine spektakuläre Architektur und kein Bürogebäude. 170 Parkplätze sind in einer Tiefgarage des Gebäudes machbar, obwohl auf der einen Seite die U-Bahn fährt. Ansonsten seien in der Umgebung genügend weitere Parkmöglichkeiten vorhanden, hieß es. Berg und Höing hatten Westspiel in der Vergangenheit bei der Suche nach Kräften unterstützt. Das Casino soll nach den Plänen des Investors im 2. Quartal 2021 fertig sein, am Bebauungsplan müssen noch kleinere Änderungen vorgenommen werden. Gleichwohl: Ein Beschluss ist noch nicht gefasst worden, Westspiel-Sprecher Marco Lippert sagte, es werde im Frühjahr weitere Gespräche geben. Die Lizenz wurde schon Ende 2012 erteilt . Danach sind diverse Standorte diskutiert worden – von Gerling- und Gürzenich-Quartier über Mediapark und Kaiser-Wilhelm-Ring bis zur Cäcilienstraße oder der Messe-City Deutz.

Gestern reagierten die Parteien außer den Linken wohlwollend auf die Pläne. FDP-Fraktionschef Ralph Sterck sagte noch in der Sitzung die Unterstützung seiner Fraktion zu. „Ich bin froh, dass der Standort an der Cäcilienstraße am Neumarkt noch einmal infrage gestellt worden ist. Das Casino kann ein Highlight für Deutz werden“, meinte er. Für die CDU-Fraktion kündigte deren Vorsitzender Bernd Petelkau an, das Thema werde nun in der Fraktion diskutiert. Er verwies auch darauf, dass die Spielbanken inzwischen „gigantische Konkurrenz“ von den Online-Spielen bekommen hätten. CDU-Ratsfrau Birgit Gordes, zugleich Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, sagte: „Der Neubau wird dem Areal gut tun, der schöne Bau des Deutzer Bahnhofs wird dadurch gefasst und gestärkt. Auch der Platz wird viel besser zur Geltung kommen.“

Projekt nimmt Gestalt an

SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Börschel, der sich als Landtagsabgeordneter für eine Spielbank in Köln stark gemacht hatte, sagte: „Wir freuen uns, dass dieses Projekt endlich konkrete Formen annimmt. Die Stadt sollte alles tun, damit es realisiert werden kann. Es bringt der Stadt Vorteile in vielerlei Hinsicht.“

Inzwischen hat Westspiel mehr als 1,2 Millionen Euro für Beratungs- und Architektenleistungen, Rechts- und Gastronomieberatung, technische Planungen oder Projektsteuerung ausgegeben.Vorbehaltlich der Fraktionsentscheidung sprach sich auch Jörg Frank, Geschäftsführer der Grünen, für den Standort aus.