Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Stadtbibliothek: Eine Welt der Töne im Reich der Bücher

An der Vinyl-Bar können Schallplatten digitalisiert werden.

An der Vinyl-Bar können Schallplatten digitalisiert werden.

Foto:

Gauger

Köln -

Die Zeiten, in denen es in Büchereien vor allem ehrfürchtig leise sein musste und sie ausschließlich dem Ausleihen von Büchern dienten, sind längst vergangen. In der Bibliothek der Zukunft gibt es Krimi-Automaten und E-Books. Die Stadtbibliothek aber geht nun noch einen Schritt weiter. Morgen wird hier die „4“ eingeweiht. Die oberste Etage unter dem Motto „Musik, Medien, Makerspace“ bietet weit mehr, als der Begriff Musikbibliothek zunächst erahnen lässt.

Hier kann auf iPads komponiert und musiziert werden und das Erstellen von Podcasts ist ebenso möglich wie das Einspielen von Songs. „Wir möchten die Infrastruktur für das eigene Handeln stellen“, sagt Dr. Hannelore Vogt, Direktorin der Stadtbibliothek. So nennt sich das neue Konzept „Makerspace“, hier sollen Menschen zusammenkommen, um gemeinsam Dinge zu kreieren oder Wissen zu teilen. Der Umbau der Etage – es wurden Wände entfernt und ein neuer Teppich verlegt – habe rund 70 000 Euro gekostet, die von der Stadt übernommen wurden. Weitere 20 000 Euro kosteten die neuen Geräte, finanziert aus diversen Töpfen und von Sponsoren, erläutert Vogt.

Die vierte Etage bietet so nun neben Büchern, DVDs, CDs und Noten auch ein Studio mit Launchpad, Mikro, Aufnahmegerät, E-Gitarre und E-Piano. In einem anderen Raum steht ein Flügel, der stundenweise gemietet werden kann. „Der Andrang ist sehr groß“, sagt Bettina Scheurer, Chefin der „4“. Gleiches gelte für den seit Februar vorhandenen 3D-Drucker. Im Sonic Chair der Kölner Firma „designatics“ kann Musik gehört und gefühlt werden, die Vibrationen werden in den Sessel übertragen. Die elektronischen Plakate, genannt „Digital Signage“, der Kölner Firma „dimedis“ bieten interaktive Infos über das Internet. Der neue Renner aber werde die Vinyl-Bar, an der Interessierte ihre Schallplatten digitalisieren können, ist sich Gabriele Kunze, Leiterin der Zentralbibliothek, sicher: „Das Ausgabemedium, CD oder USB-Stick, müssen die Kunden selbst mitbringen.“ Dafür sind aber alle Angebote gratis. Nur die Benutzung des Flügels kostet 2,50 Euro pro Stunde.

Über eine Kooperation mit Schülern der Kaiserin-Augusta-Schule soll zudem der richtige Umgang auch generationenübergreifend gesichert werden. „Zwei unserer Abiturienten haben für ein Jahr den Projektkurs Musikproduktion belegt und bieten nun Workshops hier an“, erklärt Lehrer André Spang. Die stellvertretende Schulleiterin Birgit Etzler ergänzt: „So etwas steigert die Motivation der Schüler.“

Damit ist das Ende der Innovationen aber noch nicht erreicht. Vogt hat schon Pläne für die Zukunft. Ab September gebe es eine digitale Werkstatt für Einsteiger – von der E-Mail-Adresse über E-Shopping bis hin zum Mindmapping.