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Stadtplanung : „Wir wollen keinen antiseptischen Stadtteil“

Nicht zuletzt die angespannte Situation auf dem Kölner Wohnungsmarkt erhöht den Druck auf eine Umgestaltung des Areals.

Nicht zuletzt die angespannte Situation auf dem Kölner Wohnungsmarkt erhöht den Druck auf eine Umgestaltung des Areals.

Köln -

„Wir wollen hier keinen geschleckten, antiseptischen Stadtteil“, sagte Baudezernent Franz-Josef Höing mit Nachdruck. Bei der Präsentation der Ergebnisse des Werkstattverfahrens für die städtebauliche Entwicklung des Mülheimer Südens und des Hafens, trat er Befürchtungen von Anwohnern entschieden entgegen. Für Höing ist klar, dass der Mülheimer Süden kein zweiter Rheinauhafen werden solle. Die beiden Entwürfe selbst – vom Münsteraner Architekturbüros „Bolles und Wilson GmbH“ und der „ksg architekten und Städteplaner GmbH“ aus Köln – entkräfteten einigen Anwesenden diese Befürchtung nicht nachhaltig genug. Allerdings, relativierte Höing sein Statement, könne nicht abschließend beantwortet werden, wer zukünftig im Quartier wohnen werde und wie sich die Preise entwickeln werden.

Prof. Jörn Walter, Hamburgs Oberbaudezernent, sagte über die Entwürfe der Planungsteams aus Köln und Münster, dass sie „beide ziemlich gut“ seien. Walter gehört dem „Beratungs- und Begleitgremium“ für das Planungsverfahren an, das den Entwicklungsprozess fachlich begleitet. Er attestierte den Entwürfen, dass sie eine „große Chance für einen lebendigen, vielfältigen Stadtteil für unterschiedliche Milieus“ böten. Auch Oberbürgermeister Jürgen Roters erwies den Konzepten „Respekt“ für den Erhalt des „urbanen Charakters“ des Mülheimer Südens.

Dem zentral gelegenen Mülheimer Süden – manch Anwesender war der Überzeugung, dass es sich um den Deutzer Norden handle – kommt stadtentwicklungspolitisch eine hohe Bedeutung zu. Das heute nur noch teilweise gewerblich-industriell genutzte Gebiet östlich des Hafens und südlich der Messe, soll laut Stadt zu einem „urbanen Quartier mit Wohnnutzung“ weiterentwickelt werden. Ein Mix aus gewerblicher Nutzung, Wohnungsbau und ausreichender Begrünung ist das Ziel. Dem Hafen soll hierbei weiterhin die Funktion eines Schutzhafens zukommen. Nicht zuletzt die angespannte Situation auf dem Kölner Wohnungsmarkt erhöht den Druck auf eine Umgestaltung des Areals. Beide Konzepte wurden in einem dialogischen Verfahren erarbeitet. Während im ersten Halbjahr 2013 das Verfahren formal und inhaltlich vorbereitet wurde, startete im Oktober das Werkstattverfahren. Mit der Präsentation der Konzepte von „Bolles und Wilson“ und des Planungsteams von „ksg“ wurde das Werkstattverfahren zum Abschluss gebracht.

Die Resultate werden Anfang 2014 den zuständigen Gremien des Rates und den Bezirksvertretungen zur Beschlussfassung vorgelegt. Interessierten Bürgern werden die Resultate im Spanischen Bau des Rathauses vom 3. bis 21. Februar öffentlich ausgestellt. Der nächste Schritt ist die Ausarbeitung einer Rahmenplanung. Auch diese soll in einem dialogischen Prozess mit der Öffentlichkeit erarbeitet werden. Parallel soll die Realisierung einzelner Projekte auf Betreiben der Grundstückseigentümer voran getrieben werden.