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Stiftung Stadtgedächtnis: „Stiftung soll nachbessern“

Die Restaurierung kostet noch viel Geld, doch die Stiftung Stadtgedächtnis war bislang wenig erfolgreich beim Sammeln.

Die Restaurierung kostet noch viel Geld, doch die Stiftung Stadtgedächtnis war bislang wenig erfolgreich beim Sammeln.

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Peter Gauger

Köln -

In den Stadtratsfraktionen herrscht Enttäuschung über die Arbeit der Stiftung Stadtgedächtnis. Wie die Rundschau am Mittwoch berichtete, hat die Stiftung im vergangenen Jahr und in den ersten sieben Monaten dieses Jahres nur insgesamt 35 000 Euro für die Wiederherstellung der Dokumente aus dem eingestürzten Stadtarchiv eingeworben. Dies bezeichnete die Vorsitzende des städtischen Kulturausschusses, Dr. Eva Bürgermeister (SPD), als "sehr ernüchternd". Das Zwischenergebnis zeige, dass die Stiftung nachbessern müsse.

Die Kosten für die Restaurierung der von Schutt und Schlamm schwer beschädigten Archivalien schätzen Experten auf rund 350 Millionen Euro. Der Geschäftsführer der Stiftung Stadtgedächtnis, Dr. Stefan Lafaire, hat nach seinem Amtsantritt im Oktober des vergangenen Jahres das Ziel formuliert, monatlich eine Million Euro an Spenden einzuwerben.

Bislang aber sei die Stiftung "nicht präsent", sagte der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dr. Ralph Elster. Und: "Wenn es so weitergeht, ist der Stiftungszweck nicht zu erfüllen." Elster forderte Informationen von den Verantwortlichen der Stiftung Stadtgedächtnis. Die Kulturpolitiker hätten von ihnen "seit Monaten nichts gehört". Dabei könnten sie auf einen Erfolg der Stiftung "nicht jahrelang warten".

Grünen-Politikerin fordert mehr Transparenz

Auch die kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Brigitta von Bülow, nannte die Arbeit der Stiftung "nicht zufriedenstellend". Sie selbst sei über die Spendenbilanz "ziemlich enttäuscht". Das Stadtarchiv tue viel, um für sich zu werben, sagte von Bülow. Die Stiftung dagegen müsse "offener und transparenter" werden. Derzeit sei von ihr "nichts zu hören".

Stiftungschef Lafaire hatte um Geduld geworben. Es brauche Zeit, um die Stiftung Stadtgedächtnis als Marke zu etablieren. Von Bülow aber sagte über Lafaire: "Zeit hat er gehabt." Ähnlich äußerte sich der CDU-Politiker Elster: Je mehr Zeit verstreiche, desto mehr schwinde die Betroffenheit über den Archiveinsturz. Dabei sei es wichtig, Spenden für die Archivalien zu sammeln, sagte die SPD-Kulturexpertin Bürgermeister. "Es liegen noch Herausforderungen vor uns."


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