Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Straßenwerbung in Köln: Eine neue Einnahmequelle für die Stadt?

Die digitalen City Light Poster von JCDecaux stehen unter anderem in der Schildergasse. Auch sie sind mit der neuen Chip-Technologie ausgestattet.

Die digitalen City Light Poster von JCDecaux stehen unter anderem in der Schildergasse. Auch sie sind mit der neuen Chip-Technologie ausgestattet.

Foto:

Rosenbaum

Köln -

Plakate waren gestern. Werbeflächen in Full HD-Qualität stehen seit gut zwei Monaten auf der Schildergasse. Diese bestechende Bildqualität ist die sichtbare Neuerung im Kölner Werbemarkt. Bei 400 Werbeflächen setzen die Unternehmen Wall und JCDecaux über das „EngagementNet“ auch auf moderne Chip-Technologie für die mobile Interaktion. NFC und iBeacon heißen die Schnittstellen (siehe Kasten), die laut einer Unternehmens-Sprecherin den „Werbetreibenden die Möglichkeit geben, ihre Kampagne online zu verlängern“. Wer zum Beispiel ein Smartphone besitzt, erhält auf Wunsch die Internetseite des Produkts, das auf der Werbetafel erscheint, übermittelt. Oder es werden weitergehende mobile Informationen zur Verfügung gestellt.

Die Linke im Kölner Stadtrat befürchtet nun, dass diese neuen Technologien nicht vom Werbenutzungsvertrag abgedeckt sind und so der Stadt Vergütungen entgehen könnten. Das geht aus einer Anfrage an die Verwaltung hervor. „Die Antwort darauf ist ernüchternd“, so Linken-Fraktionschef Jörg Detjen im Finanzausschuss. Darin stehe lediglich, dass die Stadtwerke angeschrieben worden seien, es aber noch keine Antwort gebe. Das hätte man sich sparen können, so Detjen.

Unterdessen hat JCDecaux auf Nachfrage der Rundschau erklärt, dass in der Tat 400 Werbeflächen in Köln mit der Technik ausgerüstet seien – unter anderem auch an 120 Fahrgastunterständen. Sie seien mit Aufklebern gekennzeichnet. „Nutzerdaten werden nicht erfasst, was technisch auch ohnehin nicht möglich wäre“, versichert die Unternehmens-Sprecherin. Außerdem gebe es keine Nutzung der Schnittstellen unabhängig von einer gerade stattfindenden Plakatkampagne.

Stadt als Vorreiterin für Serviceleistungen?

In ihrer Anfrage hatte die Linke erklärt, dass sich die vertraglichen Regelungen lediglich auf Plakat- und Screen-Nutzungen der Werbeplätze und nicht auf die mehrfache Verwertung durch zusätzliche Kanäle beziehe. „Diese Situation eröffnet der Stadt Köln die Chance auf neue Einnahmequellen“, so Linke-Fraktionsgeschäftsführer Michael Weisenstein in der Anfrage. Zudem will er wissen, ob die Vertragslage Nachforderungen an JCDecaux ermöglichen. Auch sei zu überlegen, ob die Stadt als Teil der Vergütung die Installation weiterer iBeacons einfordert. So könnte sie sich als Vorreiterin für kostenlose mobile Serviceleistungen für Bürger und Touristen im öffentlichen Raum profilieren.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?