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Tourismus: Voll, voller, Weihnachtsmarkt

auf dem Weihnachtsmarkt am Dom – nach einer Umfrage des IFH-Instituts für Handelsforschung Deutschlands beliebtestes und meistbesuchtes Hüttendorf zur Adventszeit.
(Foto:
Meisenberg)

auf dem Weihnachtsmarkt am Dom – nach einer Umfrage des IFH-Instituts für Handelsforschung Deutschlands beliebtestes und meistbesuchtes Hüttendorf zur Adventszeit.

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Meisenberg)

Köln -

Dieser Tage erreichte die Redaktion der Anruf eines Vaters, der eine Einlassbegrenzung für den Weihnachtsmarkt am Dom forderte. Er hatte seinen Sohn zwischen den Ständen aus den Augen verloren und ihn im Gewühl lange gesucht. Der Filius ward am Ende wohlbehalten gefunden, und auch wenn die Forderung des Vaters übertrieben erscheint, macht sie doch deutlich, dass in den Adventsdörfern in Köln inzwischen nicht nur am Wochenende das Motto gilt: Eng ist gemütlich. „Es reicht“, sieht auch der Kölntourismus-Chef Josef Sommer die Grenze des positiven Wachstums erreicht.

Das Angebot an Märkten sei hervorragend und inzwischen auch völlig ausreichend, meint Sommer. Statt auf weiteren Zuwachs in der Quantität zu schielen, müsse die Stadt den Blick auf die Sicherung der hohen Qualität richten, sagt der Tourismus-Experte. „Nicht immer ist ein weiteres Wachstum förderlich“, mahnt er. Dabei bewertet er die Entwicklung der letzten Jahre als durchweg erfreulich: Das Angebot locke immer mehr Besucher in die Stadt. Allein am vergangenen Samstag hätten 487 Reisebusse an der Komödienstraße Tagestouristen abgeladen, stadtweit seien es an diesem Tag insgesamt doppelt so viele gewesen.

Den Zauber der Weihnacht spüren auch die Hotels, für die der Dezember vor Jahren noch eine Durststrecke war. Inzwischen sei der Anteil ausländischer Touristen in keinem Monat größer, berichtet Sommer. Er schätzt die Zahl der Weihnachtsmarktbesucher stadtweit auf sechs Millionen. Mehr als vier Millionen von ihnen waren in diesem Jahr bereits auf dem Markt am Dom – „so viele wie noch nie“, wie die Betreiberin Monika Flocke feststellt. Kunststück: Das Bild von den roten Hüttendächern unter dem leuchtenden Sternenzelt und vor dem Hintergrund des Doms wurde auch 2013 in ganz Deutschland zigfach publiziert und steht inzwischen wohl auch international ebenso für das deutsche Weihnachtsdorf wie der Nürnberger Christkindlesmarkt. Vielleicht mehr noch: „Von wegen Nürnberg. Köln hat den beliebtesten Weihnachtsmarkt“, schrieb kürzlich die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Aber nicht nur die Händler auf dem Roncalliplatz waren hochzufrieden mit dem Geschäft, alle befragten Betreiber ziehen eine positive Bilanz. Auch Rudolf von der Gathen, Chef der Kölner Schaustellergemeinschaft, die den Markt am Rudolfplatz beschickt, hat mehr Zustrom ausländischer Touristen wahrgenommen. Edwin Kroll vom Markt im Rheinauhafen führt das Plus auch auf das gute Wetter zurück: Im vergangenen Jahr seien 80 Prozent der Weihnachtszeit verregnet gewesen, „gekrönt“ vom Hochwasser, das kurz vor dem Fest zu einem vorzeitigen Ende des Hafenmarktes führte. Dieses Jahr dagegen: vielfach Sonnenschein und teils frühlingshafte Temperaturen.

Anika Steinbrenner, Sprecherin des Budenzaubers auf Heumarkt und Alter Markt, sieht in der neuen Eisbahn am Fuße des Reiterdenkmals den Weihnachtsstern, der die Massen führte: „Mit 600 Eisläufern am Tag haben wir gerechnet, im Schnitt kommen aber 1000.“ Selbst aus dem neuen Wintermarkt „Alpenzauber“ im Mediapark ist nach anfänglichen Startschwierigkeiten frohe Kunde zu vernehmen: Der Betrieb laufe zwar erst nachmittags so richtig an, aber abends seien die Zelte zu 100 Prozent ausgebucht, berichtet Sprecher Michael Busemann.

Dass der Budenzauber um die Eisbahn auf dem Heumarkt nicht wie alle anderen am 23. Dezember endet, sondern bis zum 5. Januar andauert, und im Mediapark sogar bis zum 2. Februar Sachertorte und Kaiserschmarrn serviert werden, hält Sommer für eine gute Erweiterung des Angebots. Viele Touristen, die über Silvester blieben, hätten die Märkte nach den Festtagen vermisst. Der Kölner Tourismuschef ist überzeugt: „Auch nach Weihnachten wird es da richtig brummen.“