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Viele minderjährige Flüchtlinge: Pflegeeltern für Pänz in Köln „in allen Größen“ gesucht

Ein Kind, unterwegs in einem Flüchtlingsheim. (Symbolfoto)

Ein Kind, unterwegs in einem Flüchtlingsheim. (Symbolfoto)

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dpa

Köln -

Pflegefamilien und Gasteltern dringend gesucht, für kleine Kinder ebenso wie für ältere Jugendliche. Ob wegen Krankheit, Überforderung, Tod eines Elternteils oder Flucht aus Kriegsgebieten: Die Minderjährigen in schwierigen Lebenssituationen tragen einen individuellen Rucksack voller belastender Erfahrungen mit sich. „In allen Größen“ lautet der Slogan, mit dem die Stadt nun auf Plakaten und mit Info-Broschüren Interessenten sucht, die dauerhafte oder zeitlich begrenzte Pflegestellen für Pänz anbieten – vom Paar über Patchwork-Gemeinschaften mit Kindern bis zu Alleinerziehenden.

Auch unbegleitete minderjährige Ausländer könnten in einem Zuhause auf Zeit individueller betreut werden als in Hostels oder anderswo. Dabei müsse nicht unbedingt eine ganz enge Familienbindung aufgebaut werden, sagt Klaus Röttgen, Abteilungsleiter der Bezirksjugendämter. Neben den Gasteltern gibt es weiter oft starke Kontakte zur Herkunftsfamilie. 90 Prozent der rund 1000 unbegleiteten jungen Flüchtlinge in Köln sind männlich, meist aus Syrien, Eritrea und Afghanistan. „Die meisten befinden sich noch im Überlebenskampf, sie haben unter Umständen traumatische Erfahrungen gemacht. In den ersten vier bis sechs Wochen werden wir die Gasteltern eng bei der Betreuung begleiten.“

30 interessierte Familien sind gefunden

Offenheit und Toleranz gegenüber den Kulturen sind ebenso gefragt wie die Bereitschaft, die meist hochmotivierten Minderjährigen auf ihrem Weg in Schule und Ausbildung zu unterstützen. Die ersten 30 interessierten Familien sind gefunden. Wie viele der 500 potenziell dafür in Frage kommenden Jugendlichen das Angebot in Anspruch nehmen möchten, bleibt abzuwarten.

Das Jugendamt sucht für alle diese Pänz passgenau Pflege- oder Gastfamilien, die in Kooperation mit Jugendamt und Vormund Verantwortung übernehmen möchten; derzeit leben 610 Kinder bei 500 Pflegefamilien. Sie erhalten Beratung, Schulungen, auch eine geringe finanzielle Unterstützung, so Dezernentin Dr. Agnes Klein. Zu den formalen Voraussetzungen gehören auch ein Gesundheits- und polizeiliches Führungszeugnis.

Weitere Infos Telefon 0221/221-24372.