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Wissenschafts-Gnom: Ein Zwerg auf Weltreise

Dieses Symbolbild ist natürlich stark verfälschend: Der echte Zipfelmützenträger hat auf seiner Reise schwer gearbeitet.

Dieses Symbolbild ist natürlich stark verfälschend: Der echte Zipfelmützenträger hat auf seiner Reise schwer gearbeitet.

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dpa

Köln -

Zwei Jahre war Gartenzwerg "Kern" im Dienst der Wissenschaft auf Weltreise, im Gepäck dabei eine Waage und eine Erkenntnis: Die Erde ist eine Kartoffel und ein Kettenkarussell. Der Gnom auf den Spuren von Newton hat sich an vielen Orten rund um den Globus wiegen lassen, um das Phänomen der unterschiedlichen Schwerkraft genau zu belegen. Der Winzling wurde an Forscher und Schulen geschickt, von Australien über Mexiko bis Indien. Seine letzte Etappe führte ihn gestern ins Kölner Wissenschafts- und Abenteuermuseum Odysseum.

Dort wird der kleine Globetrotter als Dauergast zum Symbol für eine ungewöhnliche Physik-Lektion des Präzisionswaagen-Herstellers Kern & Sohn, die weltweit auf Aufmerksamkeit stieß. "Auf die Idee sind wir nach einer Präsentation darüber gekommen, dass die Erde kartoffelförmig ist", erläuterte gestern Thomas Fimpel vom baden-württembergischen Unternehmen den Hintergrund des Schwerkraft-Experiments. "Wir wollten zeigen, welche Konsequenzen das im Alltag hat, zum Beispiel für Präzisionswaagen."

Die Erde ist eine Kartoffel

Je nach Entfernung vom Erdmittelpunkt variiert das Gewicht, bewies der Zwerg, bei ihm waren es bis zu zwei Gramm. Am leichtesten war er am Äquator, am schwersten am Südpol mit 309,82 Gramm. In Köln brachte er gestern 308,30 Gramm auf die Waage. Gemeinsam mit einer Präzisionswaage wurde "Kern" von Kunden mit auf Reisen genommen. Sie führten das Fliegengewicht auch ins kanadische Elementarteilchen-Labor Snolab, und er erlebte einen Parabelflug in Florida mit. Die Gewichts-Unterschiede ergeben sich daraus, dass die Erde rotiert und auf alles auf ihrer Oberfläche eine Zentrifugalkraft wirkt, ähnlich einem Kettenkarussell. Wegen der unregelmäßigen Masse variieren die Abstände zum Erdmittelpunkt und damit die Erdanziehungskraft. Das erkläre auch, wie wichtig es ist, Waagen vor Ort genau zu justieren.

"Das Gartenzwerg-Experiment wurde oft in den Unterricht integriert", freut sich Fimpel über den Erfolg der lehrreichen PR-Kampagne der Agentur Ogilvy. Im Odysseum ist der Zwerg nun auf Dauer Zuhause, "da auch hier auf spannende Art Naturwissenschaften und Technik vermittelt werden". "Kern" bezog eine eigene Vitrine, Fotos und Messergebnisse dokumentieren seine ungewöhnliche Reise.

www.gnomeexperiment.com


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