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Wohnraum als regionales Thema: Köln braucht 50.000 Wohneinheiten bis 2020

Fassaden von Wohnhäusern aus der Kölner Südstadt.

Fassaden von Wohnhäusern aus der Kölner Südstadt.

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dpa

Köln -

Es ist eine extreme Zahl, die Michael von der Mühlen per Beamer an die Wand wirft. 50.000 Wohneinheiten werden bis 2020 in Köln benötigt. Zwar betont der Staatssekretär im NRW-Bauministerium, dass es sich um eine Modellrechnung handele. „Aber die Grundannahmen halte ich für ausgesprochen realistisch“, so von der Mühlen beim Immobilien-Dialog Köln, einem Treffen von Immobilien- und Finanzwirtschaft sowie Verwaltung.

Grundlage dieser Rechnung sind die Prognosen von IT.NRW, dem Landesbetrieb Technik und Information. Neben der Zuwanderungs-Tendenz in die Großstädte wurde berücksichtigt, dass es künftig auch Flüchtlinge mit Bleiberecht in die beliebten Städte zieht. Das Land gehe davon aus, dass 2015/2016 rund 250.000 Flüchtlinge eine Bleibeperspektive in NRW haben werden. Mit Familienzuzug würden mittelfristig 500.000 Menschen in NRW eine Wohnung suchen. Dafür würden rund 200.000 Wohneinheiten benötigt.

Regionale Zusammenarbeit notwendig

Köln habe zwischen 2010 und 2014 aber gerade einmal 2.900 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt. „Ohne regionale Zusammenarbeit wird es nicht gehen“, sagt von der Mühlen. Das Land wolle daher im 2. Quartal des Jahres fünf Regionalkonferenzen durchführen – auch eine in Köln. „Dabei möchten wir Strategien regionaler Zusammenarbeit erarbeiten“. Kölns Baudezernent Franz-Josef Höing stimmt zwar zu, dass diese gigantische Herausforderung eine regionale Angelegenheit ist. Allerdings stellt er verschiedene Annahmen der Modellrechnung des Landes in Frage.

Zum Beispiel die Prognose von IT.NRW, die deutlich über den von der Stadt prognostizierten Zahlen liege. „Wir haben ermittelt, dass wir in Köln Flächen haben, auf denen wir 50.000 Wohnungen unterkriegen können“, sagte er. Viele Flächen befänden sich im privaten Eigentum. „Stellt sich die Frage, welche Instrumente wir haben, um solche Flächen zu aktivieren“. Ob in Köln oder auf Regionalebene – das Ganze sei eine Mammutaufgabe. Mit einer Erschließung müsse auch die Infrastruktur synchronisiert werden. „Es bringt nichts, wenn der Bahnanschluss erst zehn Jahre oder die Kita erst fünf Jahre nach der Erschließung kommt.“ (ron)