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Zustrom: Tausende Wohnplätze für Flüchtlinge in Köln könnten fehlen

Flüchtlinge warten

Ende des Jahres könnten in Köln bis zu 23 000 Flüchtlinge leben.

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dpa

Köln -

Die Stadt stellt sich weiter auf einen erheblichen Zustrom von Flüchtlingen ein. Der Sozialausschuss wird sich heute mit dem aktuellen Bericht beschäftigen. Klar ist schon jetzt: Die Stadt wird auch in diesem Jahr enorme Anstrengungen unternehmen müssen, um die Unterbringung zu gewährleisten und Obdachlosigkeit zu vermeiden. An 28 Standorten sollen 5000 Plätze entstehen, die konkreten Planungen dafür laufen bereits. Doch ob dies reicht, ist mehr als fraglich.

Bis zu 400 Menschen müssen pro Woche untergebracht werden

Derzeit leben in Köln mehr als 11 900 Flüchtlinge in städtischen Einrichtungen. Mit den geplanten Plätzen hätte Köln dann knapp 17 000 Plätze zur Verfügung. Die Bezirksregierung Arnsberg weist pro Woche 350 bis 400 Personen zu, die das Amt für Wohnungswesen unterbringen muss. Ursprünglich hatte die Stadt mit 200 Migranten pro Woche gerechnet.

Köln muss 5,4 Prozent aller Flüchtlinge aufnehmen die NRW erreichen

„Die weltpolitische Lage und die Entwicklung der vergangenen Monate“ lasse nicht erwarten, dass diese Zahlen zurückgehen, heißt es in dem Bericht. Gemäß dem „Königsteiner Schlüssel“, der sich vor allem an der Einwohnerzahl orientiert, muss die Stadt Köln 5,4 Prozent aller Flüchtlinge aufnehmen, die in Nordrhein-Westfalen ankommen. Dieser Verteilungsschlüssel wird seit längerem kritisiert, es soll zwischen Stadt und Bezirksregierung Köln in Kürze neue Gespräche geben.

Der aktuelle Bericht zeichnet drei mögliche Szenarien in der Flüchtlingsentwicklung: Bei einem Zustrom von 200 Personen pro Woche würden Ende des Jahres 20 024 Flüchtlinge in Köln leben. Bleibt es bei den aktuellen Wanderunsgbewegungen von 350 Menschen pro Woche, würden im Dezember 23 024 Flüchtlinge in der Stadt leben. Die drastischste Entwicklung geht von 500 Flüchtlingen pro Woche aus: Am Ende des Jahres wären es in Köln 26 024.

„Die Ressourcen werden nicht ausreichen"

Die Stadt setzt zur Bewältigung des Zustroms auf schnell verfügbare Unterbringungseinheiten und Wohnraum in Fertigbauweise. Sie räumt aber ein: „Diese Ressourcen werden nicht ausreichen.“ Trotz 5000 zusätzlichen Plätzen werden in diesem Jahr bis zu 6000 Plätze für die Unterbringung fehlen. Als „Schlüssel zur Vermeidung von Obdachlosigkeit“ wird vor allem die Errichtung von Leichtbauhallen gesehen. Sollte der Zustrom zunehmen, müssten ab Juli pro Monat zwei größere Standorte für je 400 Personen errichtet werden.